Tour K – Kindl-Areal Neukölln

    Brauereien als Pioniere des Berliner Untergrundes

    Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Brauereien die Pioniere des Untergrundes in Berlin. Sie waren die Ersten, die ihn baulich nutzten. Um das immer populärer gewordene untergärige Bier herstellen zu können, bedurfte es großer Lager und Gärkeller. Diese wurden tief in den Berliner Boden getrieben und waren seinerzeit die größten unterirdischen Bauwerke. Da im Stadtzentrum der Grundwasserspiegel sehr hoch ist, siedelten sich viele Brauereien vor den damaligen Toren der Stadt, in höher gelegenen Gegenden auf den Ausläufern der Höhenzüge des Barnim und des Teltow an. Hier konnte man stellenweise bis zu knapp 20 Meter tiefe Kelleranlagen errichten. Vornehmlich am damaligen Windmühlenberg (dem heutigen Stadtteil Prenzlauer Berg), nördlich des Zentrums, und im Süden am Kreuzberg und in Neukölln wuchsen die Brauereien wie Pilze aus dem und vor allem in den Berliner Boden.
    Heute dient keiner der historischen Keller mehr der Bierproduktion. Viele der damaligen Brauereien und ihre Keller sind inzwischen abgerissen oder dienen anderen Nutzungszwecken. Nur an wenigen Stellen in der Stadt kann man noch in die Brauereigeschichte Berlins abtauchen.
    Auf dem Areal der ehemaligen Berliner Kindl-Brauerei in Berlin Neukölln zeigen wir Ihnen im Rahmen der Tour nach einem kleinen Einführungs-Bildervortrag zunächst die moderne Privatbrauerei „Am Rollberg“, die seit Oktober 2009 unter dem historischen, denkmalgeschützten Sudhaussaal verschiedene Bierspezialitäten braut. Anschließend begeben wir uns hinab in die Tiefen der ehemaligen Gär- und Lagerkeller der Berliner Kindl-Brauerei. Wer möchte, darf nach der Tour gerne auf ein frisch gezapftes „Rollberger“ bleiben.


    Literaturtipps zu dieser Führung

    • „Berlin und seine Brauereien“, Buch

    Diese Publikation ist in unserem Web-Shop und in unserem Ticket- und Buchshop erhältlich.

    Eindrücke