Bereich Forschung

    AG Berlin 1945

    Diese Arbeitsgruppe versucht, über intensive Befragungen von Zeitzeugen, der Analyse überlieferter historischer Berichte sowie eigener ausgedehnter Archivrecherchen die Ereignisse in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges in Berlin minutiös zu rekonstruieren. Einige Ergebnisse dieser Arbeit sind bereits in diverse Filmproduktionen und TV-Dokumentationen eingeflossen.

    Ansprechpartner und Kontakt:
    AG-Sprecher: Jürgen Wedemeyer
    Stellvertreter: Reiner Janick
    Kontakt


    AG Berliner Friedhöfe

    Berlin beherbergt heute etwa 300 Friedhöfe, einschließlich vieler kleinerer Anlagen des Toten-Gedenkens. Viele der bis jetzt noch sicht- und besuchbaren Grabstätten spiegeln das Leben der Verstorbenen, auch noch heute wider. Erst dann, wenn sie vergessen sind, bleibt wenig Erinnerungen bis auch diese allmählich verblassen und verschwinden.
    Friedhöfe sind aus ihrer Konzeption heraus auch Teil der Stadtgeschichte geworden; es werden aber auch Mythen und Legenden erzählt über Persönlichkeiten, die dort in kalter Erde oder in den vielen Mausoleen ihre letzte Ruhe gefunden haben. Von der Gründung Berlins, irgendwann Ende des 12./ Anfang des 13. Jahrhunderts, bis auf den heutigen Tag ist der Tod ein Thema, das uns früher oder später alle betreffen wird.
    Doch nicht alle Friedhöfe von einst sind uns heute noch bekannt! Es ist auch die Kultur, an der wir festhalten wollen, aus der Zeit in der wir leben, die Zeugnis ablegen soll von unserem Leben, wenn wir dereinst „gegangen“ sein werden. Einige Friedhöfe sind inzwischen riesige Museen geworden, mit ihrer ganz eigenen Geschichte und Kunst und Architektur, mit all den unterschiedlichen Plastiken, Ornamenten, Symbolen, Farben und Pflanzen. Ebenso sind sie wertvolle Biotope, Refugien für Tiere in der Großstadt!
    Hier gilt es für die AG „Berliner Friedhöfe“, dieses „weite Feld“ mitzubegehen, um auch für das Seminar „Mythos Friedhöfe“ neue Aufschlüsse zu finden. Wir wollen mit unserer AG-Arbeit in einen Teil dieser „versunkenen Welten“ einsteigen, die eben auch zu den „Berliner Unterwelten“ gehören, wollen unser kulturgeschichtliches Spektrum erweitern und die Vergangenheit an stillen Orten betrachten. Vielleicht, so es denn möglich, auch selbst aktiv dazu beitragen, Spuren zu erhalten. Diese Orte, die zu Geschichtsbüchern geworden sind, wie inzwischen, reichlich spät, oft erst nach jahrelanger Vernachlässigung erkannt, sollen Ziele sein für die Begegnung mit dem Gestern, im Heute und für das Morgen, das da kommen wird. Für uns und Andere!

    Ansprechpartner und Kontakt:
    AG-Sprecher: Ralf Rohrlach
    Stellvertreterin: Cornelia Kasper
    Kontakt


    AG Bunker, Luft- und Zivilschutz (BLZ)

    In der gebauten Substanz Berlins nehmen die Bunker und Luftschutzanlagen aus der dunkelsten Zeit der Deutschen Geschichte einen breiten Raum ein, der seit Kriegsende – abgesehen von den Berliner Flaktürmen, über die schon etliche Publikationen erschienen sind – wenig erforscht ist. Die Arbeitsgruppe versucht, Licht in diese düstere Vergangenheit zu bringen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit bezieht sich auf die Jahre 1935 – 1989. Erfahrungsgemäß sind in diesem Zeitraum die meisten diesbezüglichen Aktivitäten durchgeführt worden.
    In der Zeit des Nationalsozialismus: Gründung des Reichsluftschutzbundes, Bunkerbauprogramm für die Reichshauptstadt, div. Sonderbauprogramme: Mutter und Kind, OP-Bunker, Bunker für Botschaften und Reichsminister, Werkluftschutz, Rüstungsbau u.a.
    In der Nachkriegszeit: Flüchtlings- und Obdachlosenquartiere, Entmilitarisierung, Sprengung, Zuschüttung, neue Nutzungskonzepte.
    Moderne Zivilschutzanlagen durch Reaktivierung oder Neubau, Einbindung ins neue Stadtbild, Auslaufen der Zivilschutzbindung.
    Die Mitglieder arbeiten sich durch in- und ausländische Archive, befragen Zeitzeugen und versuchen ein möglichst lückenloses Bild über die gebauten Anlagen zu erstellen. Die AG trägt außerdem Fotos, Papiere, Ausrüstungsgegenstände und Luftschutzartikel zusammen, die in den Vereinsanlagen ausgestellt werden. In Verbindung mit anderen Arbeitsgruppen werden auch verschüttete oder übererdete Anlagen ausgegraben und dokumentiert sowie bei Anfragen durch Behörden und Institutionen Berichte und Gutachten erstellt. Ein weiterer wichtiger Beitrag der AG ist die Dokumentation des Abbruchs oder der Beseitigung historischer Anlagen. Hier gibt die AG auch Empfehlungen ab, Einrichtungsgegenstände oder Ausstattung für den Verein zu bergen. Zudem unterstützt die AG die Einrichtung und Erstellung von Informationstafeln, Publikationen und versucht, entsprechend der Ziele und Zwecke des Vereins, dazu beizutragen, ausgewählte und bedeutende Bunker-, LS- und Zivilschutzanlagen unter Denkmalschutz gestellt zu bekommen.
    Die AG ist im April 2016 aus der Fusion der AG Zivilschutz und Kalter Krieg und der AG Bunker und LS-Anlagen hervorgegangen.

    Ansprechpartner und Kontakt:
    AG-Sprecher: Reiner Janick
    Stellvertreter: Dietmar Arnold, René Krüger
    Kontakt


    AG Erkunden und Erschließen

    Es sollen unter Einsatz aktueller Technik bekannte und neue Objekte erkundet und erschlossen werden. Nach Erkundung wird eine Zusammenarbeit mit bestehenden Arbeitsgruppen angestrebt (zum Beispiel AG Forschen und Archivieren, AG Bauen & Technik, AG Bunker und LS-Anlangen).
    Außerdem sollen die Ergebnisse in der vereinseigenen Zeitschrift „Schattenwelt“ veröffentlicht werden.
    Sonderpublikationen und Vorträge für andere Vereinskollegen sind ebenfalls umsetzbar.

    Ansprechpartner und Kontakt:
    AG-Sprecher: Sven Preuß
    Stellvertreter: Dirk Mundry, Sebastian Dornblut
    Kontakt


    AG Forschen und Archivieren

    Die AG Forschen und Archivieren ist am 18. Juni 2014 aus einer Fusion der AG Forschen und der AG Archiv und Chronik hervorgegangen. Die AG will Forschungsprojekte und Forschungsergebnisse des Vereins bündeln, moderieren und strukturieren. Sie ist Ansprechpartner für Fragen und Unterstützungsgesuche Forschender und möchte Archiv, Depot und die Edition Berliner Unterwelten miteinander vernetzen.
    Die AG verwaltet und katalogisiert zum einen die im Vereinsarchiv vorhandenen Publikationen, Bild- und Tonträger. Sie organisiert und ermöglicht des Weiteren die Ausleihe von Büchern und Schriften an Vereinsmitglieder. Darüber hinaus widmet sie sich der Archivierung aller thematisch relevanten Materialien. Dazu bedarf es geeigneter Archivierungsmöglichkeiten und der tatkräftigen Mithilfe und Zuarbeit aller AG-Mitglieder. Das Archiv steht allen Vereinsmitgliedern offen. Die Öffnungszeiten des Archivs sind Dienstag 10-18 Uhr, Mittwoch 15-19 Uhr sowie nach Vereinbarung.
    Die AG Forschen und Archivieren (AGFA) freut sich aber auch über Informationen von Interessierten, die nicht Mitglied im Verein sind. Zeitungsartikel, Bilder, Berichte etc. aus der Unterwelt sind immer willkommen. Dabei kommt es in keinem Falle darauf an, alles im Original zu sichern. Auch Kopien, Eingescanntes usw. helfen, das Archiv wachsen zu lassen.
    Eine weitere wichtige Arbeit der AG besteht in der Dokumentation sämtlicher Vereinsaktivitäten und im Führen der Vereinschronik, um allen Mitgliedern, aber auch interessierten Außenstehenden jederzeit einen Überblick darüber geben zu können, was innerhalb des Berliner Unterwelten e.V. im Laufe seines Bestehens geschehen ist. Die Arbeitsgruppe will zudem feststellen, wann, wo, wie und mit wem die verschiedenen Veranstaltungen des Vereins stattgefunden haben. Ziel und Aufgabe soll hier das Sammeln und Aufbereiten entsprechender Daten und die Bereitstellung von Beiträgen aus Presse, Funk und Fernsehen sein, welche über den Verein berichten. Nicht zuletzt möchte die AG um Ansichtsexemplare von Veröffentlichungen bitten, die sich dem Berliner Unterwelten e.V. widmen, diesen zitieren oder anderweitig erwähnen.

    Ansprechpartner und Kontakt: 
    AG-Sprecher: René Krüger
    Stellvertreter: Ingmar Arnold
    Kontakt


    AG Tunnelfluchten

    Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe sind Bauten zur Unterquerung der Mauer zwischen Ost-Berlin und West-Berlin in den Jahren 1952 bis 1989.
    Zu diesen Bauten gehören: Tunnel von S-Bahn und U-Bahn (Geisterbahnhöfe…), die Kanalisation und selbst gegrabene Fluchttunnel.
    Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Informationen zu sammeln, die gewonnenen Erkenntnisse nachhaltig zu archivieren und in geeigneter Form zu präsentieren. Dazu sollen Zeitzeugeninterviews geführt, verschriftet und archiviert werden.
    Neue Recherchen im Landesarchiv Berlin (LAB), dem Bundesarchiv Berlin (BA Berlin), dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU), in der Polizeihistorischen Sammlung (PHS) sowie in weiteren Archiven sollen das bereits in unserem Vereinsarchiv vorhandene Material ergänzen und erweitern.
    Der Besuch von Museen und Ausstellungen soll in Bezug auf Inhalt und Darstellung von Geschichte den Blick nach außen möglich machen.

    Ansprechpartner und Kontakt:
    AG-Sprecher: Dietmar Arnold
    Stellvertreter: Karl-Heinz Poncé
    Kontakt


    AG Unterirdische Stadtstrukturen

    Die Arbeitsgruppe ist bestrebt, zu den bisherigen Themenschwerpunkten des Vereins (Luftschutzbauten des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges) weitere unterirdische Themenbereiche zu erschließen und diese auch weiter zu vermitteln. Besonderes Interesse schenkt die AG den Bauten der Stadtinfrastruktur, die mit der Strom-, Gas- und Wasserversorgung in einem engen Zusammenhang stehen sowie den Bauten der Verkehrstechnik und anderen baulichen Zeugnissen der Stadtentwicklung.
    Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Geschichte der Rohrpost. Noch immer gab und gibt es genug rund um die „pneumatische Depeschenbeförderung“ zu erforschen, so dass eine aktualisierte Neuauflage der ersten Vereinspublikation zu diesem Thema: „Luftzüge – die Geschichte der Rohrpost“ (von Ingmar Arnold) 2016 erschien.
    Ein weiteres Themenfeld bilden die Brauereien Berlins als industriezeitliche Pioniere des Berliner Untergrundes. Brauereigeschichte stellt nicht nur ein bedeutsames Kapitel der Berliner Industriegeschichte dar; vielmehr bieten ihre noch vorhandenen Gewölbekeller ein beredtes Zeugnis für die städtische Entwicklung Berlins unterhalb des Straßenpflasters. Unser Ziel ist es, Materialien über Brauereien zu sammeln, Archive zu besuchen und zu benutzen, unbekannte Episoden und Orte des Berliner Brauwesens zu erforschen, Vergessenes wieder in die Erinnerung zurückzubringen, den Ursprüngen der alten Brauereien dieser Stadt nachzugehen. Viele Forschungsergebnisse wurden im Buch „Berlin und seine Brauereien – Gesamtverzeichnis der Braustandorte von 1800 bis 1925“ (von Henry Gidom) in der Edition Berliner Unterwelten veröffentlicht, das ebenfalls 2016 in aktualisierter Form erschienen ist.
    Die AG will insbesondere Themenabende, Sonderführungen und Bildungsveranstaltungen zu den verschiedensten Themenschwerpunkten der Stadtentwicklung, des Ingenieurbauwesens, der Verkehrsplanungen entwickeln. Die Veranstaltungen sollen, soweit möglich und sinnvoll, an authentischen Orten stattfinden. Um dies zu ermöglichen, bemüht sich die AG um Kontaktaufnahme und -pflege mit den entsprechenden Eigentümern und betreffenden Institutionen wie den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), den Berliner Wasserbetrieben, der Berliner Kraft und Licht AG (Bewag), verschiedenen Bezirksämtern, dem Bundesarchiv und dem Landesarchiv Berlin oder auch anderen Vereinen.
    Neben der Kontaktpflege sollen auch eigene, umfangreiche Archivrecherchen vorgenommen, Arbeitskonzepte für Seminare entwickelt und langfristig das Angebot der derzeitigen Führungen des Berliner Unterwelten e.V. erweitert und vertieft werden.
    Die AG ist am 25. Mai 2016 aus der Fusion AG Brauereien & Rohrpost und der AG Stadtstrukturen entstanden.

    Ansprechpartner und Kontakt:
    AG-Sprecher: Michael Richter
    Stellvertreter: Ingmar Arnold
    Kontakt