Tour 3 – Atombunker im Kalten Krieg

    Zivilschutz für den »Ernstfall«

    Diese Führung veranschaulicht Spuren des Kalten Krieges im Untergrund. In Vorbereitung auf einen möglichen atomaren Konflikt wurden im Westteil Berlins Bunkeranlagen für den Zivilschutz reaktiviert und neue Schutzanlagen errichtet. Teilweise als »Mehrzweckanlagen« bezeichnet, benutzen wir diese heute als Parkgaragen, U-Bahnhöfe oder Lagerräume. Der Rundgang führt die Schrecken und die Auswirkung eines möglichen Atomkrieges auf anschauliche Weise vor Augen.
    Zuerst zeigen wir unseren Besuchern die Zivilschutzanlage Blochplatz, einen 1981– 83 reaktivierten Schutzbau aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Im »Ernstfall« sollten hier 1.318 Personen für 10, maximal 48 Stunden Schutz finden.
    Nach einem U-Bahn-Transfer zum benachbarten U-Bahnhof Pankstraße bieten wir Ihnen hier einen Einblick in die Funktionsweise eines »modernen Atomschutzbunkers«. Diese 1977 errichtete und seit 2010 denkmalgeschützte Mehrzweckanlage hätte 3.339 Menschen Schutz für mehrere Wochen bieten sollen. Sie ist damit die viertgrößte Zivilschutzanlage Berlins, die immer noch voll ausgestattet ist und
    sogar über ein unterirdisches Wasserwerk verfügt, um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Riesige Stahlbetontore hätten die Anlage hermetisch abgeriegelt, ein 465-PS-Diesel-Notstromaggregat die unabhängige Stromversorgung übernommen. Vor allem die Schlafräume mit den eng aneinandergestellten Vierstockbetten lassen das Schicksal der Überlebenden eines Atomkriegs erahnen.


    Literaturtipps zu dieser Führung

    • »Dunkle Welten – Bunker, Tunnel und Gewölbe unter Berlin«, Buch
    • »Tour 3 – U-Bahn, Bunker, Kalter Krieg«, Broschüre

    Diese Publikationen sind in unserem Web-Shop und in unserem Ticket- und Buchshop erhältlich.

    Eindrücke