Tour L – Berlin und die Luftbrücke

    Eine Tagestour zu geschichtsträchtigen Orten

    »Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft, nicht preisgeben könnt!«

    Als Ernst Reuter diese Worte am 9. September 1948 in seiner Rede vor der Ruine des Reichstagsgebäudes sprach, bestand die Blockade West-Berlins bereits seit  78 Tagen.  Als Reaktion auf die Währungsreform in den drei Westsektoren hatte die sowjetische Besatzungsmacht alle Land- und Wasserwege nach West-Berlin abgeriegelt. Weitere 244 Tage sollten noch folgen, bis am 12. Mai 1949 die Blockade endete. Die Luftbrücke, die die Westalliierten zwischenzeitlich ins Leben gerufen hatten und die noch bis zum 30. September 1949 aufrecht erhalten wurde, hatte die Blockade letztendlich ad absurdum geführt. Die »erste Schlacht des Kalten Krieges« war geschlagen.

    Heute, 70 Jahre später, begeben wir uns auf Spurensuche und besichtigen geschichtsträchtige Orte, die mit der Berlin-Blockade und der Luftbrücke in Zusammenhang stehen.

    Zunächst beschäftigen wir uns im Fichtebunker in Berlin-Kreuzberg mit der so genannten Senatsreserve. Der ehemalige Gasometer, der in den 1940er Jahren zum Bunker umgebaut wurde, war einer von zahlreichen Orten, an denen als Resultat aus der Blockade bis zum Fall des Eisernen Vorhangs rund vier Millionen Tonnen Lebensmittel, Brennstoffe, Medikamente, Rohstoffe und Dinge des täglichen Bedarfs  eingelagert wurden, um im Falle einer erneuten Blockade West-Berlin für rund ein halbes Jahr versorgen zu können.

    Am »Platz der Luftbrücke« erinnert ein Denkmal, im Volksmund auch »Hungerharke« genannt, an die Luftbrücke. Der benachbarte ehemalige Zentralflughafen Tempelhof war der US-amerikanische Brückenkopf der »Operation Vittles« (Operation Proviant) und erlangte seinerzeit eine zentrale Bedeutung für die Versorgung Berlins aus der Luft.

    Die Luftbrücke war nicht nur eine logistische, sondern auch eine fliegerische Herausforderung. Immer wieder kam es zu tragischen Unfällen. Der erste Absturz einer Versorgungsmaschine in Berlin ereignete sich in der Nacht zum 25. Juli 1948. Der Absturz einer mit Kartoffelmehl beladenen zweimotorigen Maschine vom Typ Dakota C-47 in Berlin-Friedenau kostete zwei amerikanische Piloten das Leben. Wir besuchen den Ort, an dem heute eine Gedenktafel an dieses traurige Ereignis erinnert.   

    Der letzte Geschichtsort unserer Exkursion liegt am westlichen Stadtrand, in Berlin-Gatow. Der dortige Flugplatz war einst die britische Berlin-Basis der Luftbrücke. Heute ist er Standort einer Außenstelle des »Militärhistorischen Museums der Bundeswehr« (ehemals »Luftwaffenmuseum«). Im Mai 2012 wurde vor dem Towergebäude ein Denkmal eingeweiht. Es besteht aus einer C-47 der »Royal Australian Air Force«, die bei der Berliner Luftbrücke eingesetzt wurde, und einem Gedenkstein. Im Inneren des Towergebäudes besuchen wir die Ausstellung »Ein Dackel namens Dakota«, die mit fotografischen Momentaufnahmen sowie Erinnerungsberichten britischer und deutscher Zeitzeugen an die Luftbrücke nach Gatow erinnert.

    Unsere Tour dauert etwa 6 – 7 Stunden und ist sehr laufintensiv. Für den Transfer zwischen den einzelnen Besichtigungsorten benötigen Sie einen Fahrschein für die öffentlichen Verkehrsmittel in den Tarifbereichen AB. Wir empfehlen den Kauf einer Tageskarte.
    Beachten Sie bitte unbedingt auch die Hiweise zu Ausrüstung und Bekleidung sowie zum Mindestalter und zur Zugänglichkeit.


    Eindrücke