Erinnerungsorte zwischen Oder und Spree

    Widerstand, Krieg, Teilung und Wiedervereinigung

    Politik und Personen, die Berlin mit dem Oderbruch verbinden, sind Thema dieses Seminars – von der Familie von Hardenberg zu den Seelower Höhen, über die Schwarze Reichswehr bis über die Landesgrenze nach Polen zum KZ Sonnenburg.

    Programmbeschreibung

    An fünf Tagen, jeweils von 9 bis 17 Uhr, werden wir uns im Rahmen von Führungen, Vorträgen und Diskussionen mit dem Seminarthema beschäftigen. Das Programm ist in 90-Minutenblöcke eingeteilt, wobei Pausen sowie die Zeit für ein gemeinsames Mittagessen eingeplant sind. Das Seminar beginnt und endet täglich in Berlin. Am ersten Tag lernen Sie Ihre Mit-Seminarteilnehmer und uns als Veranstalter kennen, das detaillierte Seminarprogramm der Woche wird vorgestellt, und organisatorische Fragen werden geklärt. Aufgrund der umfangreichen Koordination der Programmpunkte gilt das Seminarprogramm, welches Ihnen vorab mit der Einladung zugeschickt wird, nur vorbehaltlich.

    Am ersten Tag bildet Berlin den Ausgangspunkt unseres Seminars. Hier befand sich das Machtzentrum des Dritten Reiches, in dem politische Entscheidungen zur Führung eines Eroberungs- und Vernichtungskrieges getroffen wurden. Im Zentrum der ehemaligen Reichshauptstadt fanden in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges erbittert geführte Kämpfe statt. Die nach dem Krieg geteilte Stadt wurde zum Brennpunkt des Ost-West-Konfliktes. Berlin ist seit 1990 Hauptstadt des vereinten Deutschlands.

    Am zweiten Tag stehen die Erinnerungen an die Verfolgung Andersdenkender in der Zeit des Nationalismus, die Gewissensentscheidung deutscher Soldaten zwischen Gehorsam und Ungehorsam sowie die Folgen des Zweiten Weltkrieges im Mittelpunkt. Die Exkursion zu historischen Orten beginnt in Neuhardenberg. Zwei Männer aus der Familie von Hardenberg stehen einerseits für die preußischen Reformen in der Zeit der Befreiungskriege und anderseits für den Widerstand gegen ein verbrecherisches Regime. Im »Heimkehrerlager« Frankfurt (Oder) trafen von 1945 bis 1955 täglich tausende Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Zivilinternierte und Vertriebene ein. Viele von ihnen starben während des letzten Schrittes in die Freiheit. Östlich der Oder, der ehemaligen Neumark, gibt es zahlreiche Erinnerungsorte an die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges. In Sonnenburg befand sich eins der zehn Berliner Konzentrationslager. Nach Kriegsausbruch wurden hier Hunderte Männer aus vielen europäischen Staaten im Rahmen der »Nacht- und Nebelaktion« interniert und nur wenige Stunden vor ihrer Befreiung von ihnen von einem SS-Sonderkommando ermordet. Die ehemalige »Festung Küstrin« steht für den sinnlosen Widerstand deutscher Soldaten zum Ende des Zweiten Weltkrieges und die Zerstörung einer geschichtsträchtigen Stadt.

    Der dritte Tag steht ganz im Zeichen der Kämpfe im Winter und Frühjahr 1945 westlich der Oder und der Vorbereitung bzw. Durchführung der sowjetischen »Berliner Offensive«. Sie erfahren die politischen und militärischen Hintergründe der damaligen Ereignisse und die nach dem Krieg geführten kontroversen Diskussionen über die Einnahme Berlins. In Klessin, Küstrin-Kietz, Gorgast und Seelow erhalten Sie Informationen über die Kampfhandlungen und das Erleben aus der Sicht der Soldaten. Die Gedenkstätte Seelower Höhen informiert über die damaligen Ereignisse und deren Folgen sowie die Einbindung des einzigartigen Erinnerungsortes in die unterschiedlichen Erinnerungskulturen. Führung, Museumsbesuch und Film bilden den Abschluss der militärpolitischen Informationen an historischen Orten.

    Der vierte Tag führt in das geschichtsträchtige Berlin-Karlshorst. Hier kapitulierte die Wehrmacht gegenüber den Siegermächten. Fast zehn Jahre zuvor war die Kaserne das Zentrum für die Ausbildung von Festungspionieren der Wehrmacht. In »Karlowka – der verbotenen Stadt« hatten von 1945 bis 1949 die Sowjetische Militäradministration und in der Zeit des Kalten Krieges die Geheimdienste ihren Sitz. Die Berlinbrigade war die letzte Einheit, die 1994 Deutschland verlassen hatte.

    Der fünfte Tag beschäftigt sich mit der politischen Wende in der DDR und der Wiedervereinigung. Ausgangspunkt wird der Zwei-plus-Vier-Vertrag sein, der faktisch die Nachkriegszeit beendete und den Weg für ein souveränes Deutschland ebnete. Zeitzeugen berichten über den Prozess der Schaffung der »Armee der Einheit«. Damit schließt das Seminar, das den Bogen von der Machtergreifung bis zur Deutschen Einheit schlug.

    Termine

    6. – 10. Mai 2019 (AUSGEBUCHT)
    3. – 7. Juni 2019
    22. – 26. Juli 2019

    Teilnahmegebühr

    370€

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    Informationen zur Anmeldung

    Bildungsurlaub

    Grundlegendes und Wissenswertes zum Thema erfahren Sie in der Rubrik Bildungsurlaub.

    In welchen Bundesländern dieses Seminar als Bildungsurlaub anerkannt ist, entnehmen Sie bitte dieser Übersicht.