Erinnerungsorte zwischen Oder und Spree

    Widerstand, Krieg, Teilung und Wiedervereinigung

    Politik und Personen, die Berlin mit dem Oderbruch verbinden, sind Thema dieses Seminars – von der Familie von Hardenberg zu den Seelower Höhen, über die Schwarze Reichswehr bis über die Landesgrenze nach Polen zum KZ Sonnenburg.

    Programmbeschreibung

    An fünf Tagen, jeweils von 9 bis 17 Uhr, werden wir uns im Rahmen von Führungen, Vorträgen und Diskussionen mit dem Seminarthema beschäftigen. Das Programm ist in 90-Minutenblöcke eingeteilt, wobei Pausen sowie die Zeit für ein gemeinsames Mittagessen eingeplant sind. Das Seminar beginnt und endet täglich in Berlin. Am ersten Tag lernen Sie Ihre Mit-Seminarteilnehmer und uns als Veranstalter kennen, das detaillierte Seminarprogramm der Woche wird vorgestellt, und organisatorische Fragen werden geklärt. Aufgrund der umfangreichen Koordination der Programmpunkte gilt das Seminarprogramm, welches Ihnen vorab mit der Einladung zugeschickt wird, nur vorbehaltlich.

    Ausgangspunkt unseres Seminars bildet Berlin, das ehemalige Machtzentrum des Dritten Reiches. Hier wurden politische Entscheidungen zur Führung eines Eroberungs- und Vernichtungskrieges getroffen. Im Zentrum der ehemaligen Reichshauptstadt fanden in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges erbittert geführte Kämpfe statt. Die nach dem Krieg geteilte Stadt wurde zum Brennpunkt des Ost-West-Konfliktes und ist seit 1990 Hauptstadtstadt des wiedervereinten Deutschlands.

    Ein Schwerpunkt unseres Seminares sind deutsche Soldaten, die eine Gewissensentscheidung zwischen Gehorsam und Ungehorsam treffen mussten. Auf der einen Seite stehen die Männer des 20. Juli 1944, die den Gehorsam verweigerten, weil es galt weitere Schande von Deutschland abzuwenden und auf der anderen ehemalige kaiserliche Offiziere und Unteroffiziere, die die junge Demokratie ablehnten und gewaltsam beseitigen wollten.

    Die Exkursion zu historischen Orten beginnt in Friedersdorf. In der dortigen Kirche »steht Preußens Denkmal«, so bezeichnete Th. Heuss den berühmten Gedenkstein. In Neuhardenberg verkörperten zwei Männer aus der Familie von Hardenberg den gesellschaftlichen Fortschritt und auch den Widerstand gegen ein verbrecherisches Regime. Das Fort Gorgast, eine Befestigungsanlage der ehemaligen Festung Küstrin, war Anfang der 1920er Jahre Garnison der Schwarzen Reichswehr, Ausgangspunkt des Küstriner Putsches sowie mehrerer Fememorde. Angehörige der paramilitärischen Truppe machten später in der NSDAP, SS und SA Karriere.

    Ein Tag unseres Seminars steht ganz im Zeichen der Kämpfe im Winter und Frühjahr 1945 westlich der Oder und der Vorbereitung und Durchführung der sowjetischen »Berliner Offensive«. Sie erfahren die politischen und militärischen Hintergründe der damaligen Ereignisse und die nach dem Krieg geführten kontroversen Diskussionen über die Einnahme Berlins.
    In Klessin, Küstrin-Kietz und Gorgast erhalten Sie Informationen über die Kampfhandlungen um die Brückenköpfe im Februar und März 1945 und das Erleben aus der Sicht der Soldaten. Die Gedenkstätte Seelower Höhen informiert über die damaligen Ereignisse und deren Folgen sowie die Einbindung des einzigartigen Ortes in die unterschiedlichen Erinnerungskulturen. Führung, Museumsbesuch und Film bilden den Abschluss der militärpolitischen Informationen an historischen Orten.
    An zwei Kriegsgräberstätten gedenken wir der Toten vieler Nationen und der Opfer unter der Zivilbevölkerung.

    Ein weiterer Tag der Woche ist den militärpolitischen Aspekten aus der Zeit zweier deutscher Staaten und ihrer Wiedervereinigung gewidmet. In Strausberg befand sich das Ministerium für Nationale Verteidigung und das Kommando Luftstreitkräfte/ Luftverteidigung der DDR. Hier wurden wichtige Entscheidungen zum Aufbau der Nationalen Volksarmee, ihrer Ausbildung und Einbindung in das Bündnis sowie ihrer letztendliche Auflösung getroffen. Heute befinden sich mit dem Kommando des Heeres und weiterer Einrichtungen wichtige Dienststellen der Bundeswehr in Strausberg. In und um die Stadt gab es mehrere für den »Ernstfall« errichtete verbunkerte Führungsstellen. Der gut erhaltende Bunker Wollenberg gibt noch heute Einblicke in die eigentliche Zweckbestimmung und Arbeitsweise.

    Weitere Themen sind die Aktivitäten des Ministerium für Staatssicherheit zum Erhalt des Status Quo der DDR durch die Sicherung der Staatsgrenze zu Berlin (West) und zur Bundesrepublik und Fluchtversuche durch die Berliner Mauer.

    Termine

    6. – 10. Mai 2019
    3. – 7. Juni 2019
    22. – 26. Juli 2019

    Teilnahmegebühr

    370€

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    Informationen zur Anmeldung

    Bildungsurlaub

    Grundlegendes und Wissenswertes zum Thema erfahren Sie in der Rubrik Bildungsurlaub.

    In welchen Bundesländern dieses Seminar als Bildungsurlaub anerkannt ist, entnehmen Sie bitte dieser Übersicht.