Tour HS – Humboldthain Spezial

    Kriegsruinen unter Rosen und Rabatten

    Der fast 29 Hektar große Volkspark Humboldthain am Berliner Gesundbrunnen entstand in den Jahren 1869 bis 1876 nach Plänen des Stadtgartendirektors Gustav Meyer als dritter großer Volkspark in Berlin neben der Hasenheide und dem Friedrichshain.
    Der Tag der Grundsteinlegung, der 14. September 1869, wäre der 100. Geburtstag von Alexander von Humboldt gewesen – ihm zu Ehren benannte man den Volkspark.

    Ab Oktober 1941 begann sich der idyllische Park durch den kriegsbedingten Bau eines Flak-Bunkerpaars zu verändern. Zudem entstanden zwei „Mutter-und-Kind-Bunker“ an der Brunnenstraße. Im U-Bahnhof Gesundbrunnen entstand eine provisorische Luftschutzanlage. Vielen Familien boten diese Räume in der Kriegszeit Schutz.
    Nach dem Krieg wurden sowohl die Flakbunker als auch die „Mutter-und-Kind-Bunker“ durch mehrere Sprengungen 1947 und 1948 zerstört, verschüttet oder vermauert. Mit 1,6 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt ließ man die Überreste der Flaktürme und der Mutter-Kind-Bunker im Park verschwinden. Auf diese Weise bekam der Volkspark Humboldthain seine heute charakteristischen Anhöhen – die Bunkerberge. Die Luftschutzräume im U-Bahnhof Gesundbrunnen überdauerten die nächsten Jahrzehnte zum Teil hinter zugemauerten Türen und verwandelten sich teilweise in eine einzigartige „Tropfsteinhöhle“.

    Bitte verwechseln Sie diese Tour nicht mit der Tour E (Humboldthain Extrem). Das Innere der Ruine des Flakbunkers Humboldthain ist nicht Bestandteil dieser Tour.

    In der etwa zweieinhalbstündigen Führung erläutern unsere Referenten die abwechslungsreiche Geschichte des Volksparks Humboldthain, um dann mit den Besuchern unter die Grasnarbe abzusteigen. Über Leitern in die Tiefe geht es in die noch vorhandenen, beeindruckenden Hohlräume der zwei gesprengten „Mutter-und-Kind-Bunker“. An Tropfsteinen, Baumwurzeln, Originalbeschriftungen und Resten von Leuchtfarbe vorbei klettern die Teilnehmer auf abenteuerlichen Wegen über die Überreste der Bunkerinnenwände hinweg oder unter ihnen hindurch. Bisher nicht gezeigte Schutzräume am U-Bahnhof Gesundbrunnen runden diese Führung ab.

    Die Tour ist in Teilbereichen mit einer alpinen Wanderung durch schwieriges Gelände vergleichbar, beachten Sie daher bitte unbedingt die folgenden Hinweise zu Teilnahmevoraussetzungen und erforderlicher Ausrüstung.


    Literaturtipps zu dieser Führung

    • „Bunker in Berlin – Zeugnisse des Zweiten Weltkriegs“, Broschüre
    • „Bunker, Sirenen und gepackte Koffer“, Buch
    • „Die Flaktürme“, Buch
    • „Dunkle Welten – Bunker, Tunnel und Gewölbe unter Berlin“, Buch
    • „Flakturm-Archäologie“, Buch
    • „Tour 2 – Vom Flakturm zum Trümmerberg“, Broschüre

    Diese Publikationen finden Sie in unserem Shop

    Eindrücke