Reichshauptstadt Germania

    Umbau Berlins im Nationalsozialismus

    In der kurzen Zeitspanne der nationalsozialistischen Herrschaft sollte Berlin nach den Vorstellungen Adolf Hitlers und des von ihm eingesetzten Generalbauinspektors Albert Speer als „Welthauptstadt“ neu gestaltet werden. Grundlage bildeten zum Teil städtebauliche Ideen der Jahrhundertwende, die jedoch – den Machtphantasien der Nationalsozialisten entsprechend – aufgeblasen wurden. Zwischen 1937 und 1943 entstanden dazu umfangreiche Planungen und zahlreiche gigantische Modelle. Realisiert wurden jedoch nur einige einzelne Gebäude – darunter der Flughafen Tempelhof – und mehrere Bauvorleistungen.

    Programmbeschreibung

    Innerhalb von fünf Tagen, jeweils von 9 bis 17 Uhr, inklusive Pausen, gehen Sie mit uns auf eine ungewöhnliche ober- und unterirdische Spurensuche. Die Führungen, Vorträge und Diskussionen sind in 90-Minutenblöcke eingeteilt. Die Pausen geben Ihnen Gelegenheit zu entspannen oder das Gesehene und Gehörte bei einer Stärkung ungezwungen weiter zu vertiefen. Natürlich ist für Sie die Zeit für ein gemeinsames Mittagessen eingeplant. Für einige Besichtigungen möchten wir Sie bitten, Taschenlampen mitzubringen.

    Mit der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie ein ausführliches Seminarprogramm, das vorbehaltlich letzter Änderungen ist.

    Am ersten Tag werden Sie den Veranstalter, den Berliner Unterwelten e.V., und das detaillierte Programm der Woche kennenlernen. Wegen der umfangreichen Koordination verschiedener Referenten und Ortstermine, kann es vereinzelt zu Änderungen im Ablauf kommen. Einzelheiten des Ablaufes und der Organisation für Ihre Bildungswoche werden Sie dann endgültig bei uns erfahren.

    Diavorträge oder Referate unserer fachlich geschulten Referenten führen Sie in die Hintergründe der nationalsozialistischen Stadtplanung und der Architektursprache ein und bereiten Sie damit auf die Begehungen vor.

    Die Neugestaltungsplanung sah für Berlin große Bahnhöfe, breite Straßen und gigantische Verwaltungsbauten vor. Im Landesarchiv Berlin haben Sie die Möglichkeit in die Plankammer des Generalbauinspektors zu schauen. Sie bekommen über die erhaltenen Pläne einen Eindruck vom Umfang der Arbeit der Ingenieure und Architekten. Mitarbeiter des Landesarchives vermitteln Ihnen außerdem die Möglichkeiten der Recherche in diesen Quellen.

    Das Detlev-Rohwedder-Haus wird Ihnen von einem Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums gezeigt. Er führt Sie ein in die abwechslungsreiche Geschichte dieses Gebäudes, welches im Nationalsozialismus als Reichsluftfahrtministeriums eine große Bedeutung hatte. Ein Stadtrundgang durch Berlins Mitte führt Sie an weitere Orte, die Ihnen die Architektur der 1930er Jahre veranschaulichen.

    Der neue Flughafen Tempelhof und das Olympiastadion galten zur damaligen Zeit jeweils als die größten und modernsten Bauwerke Ihrer Art. Wir werden Ihnen in unserer Begehung auch die unterirdischen, meist unbekannten Bereiche zeigen, die als Luftschutzanlage und zum Teil für Rüstungsproduktion genutzt wurden. Dabei erleben Sie eines dieser Bauwerke nicht nur aus anderer Perspektive, sondern hören auch über die propagandistischen Absichten der Architektur.

    Wir führen Sie zum Schwerbelastungskörper, einem eigenwilligen Erbe der Stadtplanung Albert Speers. Neben dieser unübersehbaren Bauvorleistung möchten wir Sie aber auch mit den Vorarbeiten für den Großstadtverkehr bekannt machen. Sie sehen in der Zeit des Nationalsozialismus geplante unterirdische Bahnhöfe oder Straßentunnel für den beabsichtigten Stadtumbau.

    Um die großen Planungen durchführen zu können, wurde auch die Totenruhe auf Friedhöfen gestört. Sie besuchen mit uns so einen Ort, an dem Umbettungen zu einem außerhalb von Berlin gelegenen Friedhof stattfanden. Spätestens 1943 verdiente der Generalbauinspektor Geld mit dem Bau von Bunkern und dem Betrieb von Arbeiterlagern. Über die Unterbringung der Fremd- und Zwangsarbeiter und mehr über ihr Leben erfahren Sie im GBI-Lager Berlin-Schöneweide.

    Termine

    3. bis 7. Juli 2017 -AUSGEBUCHT-
    23. bis 27. Oktober 2017 -AUSGEBUCHT-

    Teilnahmegebühr

    165€

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    Informationen zur Anmeldung

    Bildungsurlaub

    Grundlegendes und Wissenswertes zum Thema erfahren Sie in der Rubrik Bildungsurlaub.

    In welchen Bundesländern dieses Seminar als Bildungsurlaub anerkannt ist, entnehmen Sie bitte dieser Übersicht