Projekt Gedenktafeln

    Gedenktafel Schönholzer Straße 7 („Tunnel 29“)

    Am 6. November 2009 konnte – als Auftaktveranstaltung zum 9. November 2009 – eine Gedenktafel zum „Tunnel 29“ am Haus Schönholzer Straße 7 sowie eine kleine Informationstafel am Haus Brunnenstraße 141 der Öffentlichkeit übergeben werden.
    Im Beisein von Innensenator Ehrhart Körting, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte Christian Hanke sowie den Zeitzeugen Uli Pfeifer, Joachim Rudolph, Joachim Neumann und Hasso Herschel (allesamt beteiligte Fluchthelfer) wurde zuerst eine Informationstafel präsentiert, die an den letzten großen, aber gescheiterten Fluchttunnel an der Bernauer Straße im Jahre 1971 erinnert. Dann erfolgte die Übergabe einer Bronzetafel, die vom Berliner Unterwelten e.V. gestiftet worden ist und am Haus Schönholzer Straße Nr. 7 der erfolgreichen Tunnelflucht vom 14. und 15. September 1962 gedenkt, als hier 29 Menschen die Flucht in den Westen gelang.

    Enthüllt am:
    6. November 2009
    Standort:
    Schönholzer Straße 7, 10115 Berlin


    Gedenktafel Kremmener Straße 15 („Gescheiterter Tunnel“)

    Am 24. Mai 2011 wurde im einstigen Grenzhinterland der Bernauer Straße eine Gedenktafel enthüllt. Der Verein stiftete diese Bronzetafel, um an einen von Ost- nach West-Berlin gegrabenen Tunnel zu erinnern, der kurz vor seiner Fertigstellung am 24. Mai 1963 durch Verrat von der Stasi entdeckt wurde. Ausgangspunkt des Tunnels war der Keller einer alten Bäckerei. Die Gedenktafel befindet sich am Haus Kremmener Straße 15 in Berlin-Mitte, der erste Parallelstraße zur Bernauer Straße hinter dem ehemaligen Grenzstreifen. Nur etwa zehn Meter trennten die Fluchtwilligen noch von der Freiheit, als das Vorhaben scheiterte. Insgesamt 19 Ost-Berliner und DDR-Bürger wurden im Zusammenhang mit diesem Fluchtversuch verhaftet und zu hohen Haftstrafen verurteilt.


    Enthüllt am: 24. Mai 2011
    Standort: Kremmener Straße 15, 10435 Berlin


    Gedenktafel „Wolfgang Fuchs“

    Am 2. Oktober 2011 folgte die Übergabe der dritten bronzenen Gedenktafel an der Bernauer Straße 97. Sie erinnert an den Fluchthelfer Wolfgang Fuchs und seine beiden dort von ihm initiierten erfolgreichen Fluchttunnel, den „Kohlenplatz-Tunnel“ und den „Tunnel 57“. Durch den ersten Tunnel, der an falscher Stelle heraus kam und eigentlich im Keller Strelitzer Straße 54 enden sollte, kamen am Abend des 6. Januar 1964 immerhin drei junge Ost-Berliner Frauen in den Westen. Der zweite Fluchttunnel, der in der Strelitzer Straße 55 endete, war dagegen erfolgreicher. 57 Menschen gelangten in den Abendstunden des 3. und 4. Oktober 1964 hier in die Freiheit. Das Ereignis wurde allerdings durch den tragischen Tod des Unteroffiziers der DDR-Grenztruppen Egon Schultz überschattet. Bei einem Schusswechsel mit den Fluchthelfern ist er von den Kugeln eines weiteren Grenzers getroffen worden und verstarb noch am Ort des Geschehens.
    Die Gedenktafel ist gemeinsam von den Freunden von Wolfgang Fuchs und dem Berliner Unterwelten e.V. gestiftet worden.

    Enthüllt am:
    2. Oktober 2011
    Standort: Bernauer Straße 97, 13355 Berlin


    Gedenktafel „Heinz Jercha“

    Am 27. März 2012 wurde an der Heidelberger Straße 35 durch den Fluchthelfer Harry Seidel und den Bezirksstadtrat von Neukölln Thomas Blesing eine vom Verein gestiftete Bronzetafel übergeben, die an den Tod von Heinz Jercha erinnert. Der 28-jährige geriet am 27. März 1962 im gegenüberliegenden Ost-Berliner Haus Heidelberger Straße 75, wohin er und Harry Seidel mit weiteren Fluchthelfern einen Tunnel gegraben hatten, in einen Hinterhalt der DDR-Staatssicherheit. Von einem Querschläger getroffen, konnte Jercha noch durch den Tunnel nach West-Berlin zurückkriechen, erlag aber kurz drauf seinen Verletzungen. Im Zusammenhang mit der Einweihung der Gedenktafel konnte der Verein Pressevertretern und interessierten Teilnehmern insgesamt drei wieder freigelegte Einstiege von Fluchttunneln zeigen. Zu allen drei Fluchttunnelprojekten konnten anwesende ehemalige Fluchthelfer als Zeitzeugen Rede und Antwort stehen.

    Enthüllt am: 27. März 2012
    Standort: Heidelberger Straße 35, 12059 Berlin