Chronik – Das Jahr 2016

    19. November 2016

    Besuch im ehemaligen Krematorium Berlin-Wedding
    Ein gutes Dutzend Vereinsmitglieder besichtigt im Rahmen einer Führung durch Frau von Zitzewitz das ehemalige Krematorium Berlin-Wedding auf dem Urnenfriedhof Gerichtstraße im heutigen Stadtbezirk Mitte. Dieses 2002 außer Betrieb genommene und denkmalgeschützte Gebäude war einst das modernste und effektivste Krematorium der Stadt Berlin und beherbergt seit Herbst 2015 das interdisziplinäre Kulturquartier „silent green“. Ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Berliner Unterwelten e.V. und „silent green“ in guter Nachbarschaft wird angestrebt.

    7. September 2016

    Berliner Unterwelten e.V. übergibt neue Treppenanlage zur Humboldthöhe/Flakturm Humboldthain an Bezirksstadtrat Carsten Spallek
    Seit 2001 hat der Berliner Unterwelten e.V. viele tausend ehrenamtliche Arbeitsstunden und allein von 2014 bis 2016 rund 390.000 Euro in die Sicherung der Ruine des Flakturms Humboldthain sowie in die Aufwertung der Außenareale und Grünanlagen des Volksparks und am nahegelegenen Blochplatz investiert.
    Am Mittwoch, den 7. September 2016, wird die neue, vom Verein errichtete Treppenanlage zur Aussichtsplattform des Hochbunkers (stellvertretend für alle bisher erbrachten Leistungen auf dem Gelände) im Rahmen eines Fototermins symbolisch an Carsten Spallek übergeben.
    Carsten Spallek, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung im Bezirk Mitte: „Seit 2001 tragen die Berliner Unterwelten zur Aufwertung des öffentlichen Raumes rund um den Flakturm Humboldthain bei. Der Park ist ein wichtiges städtisches Naherholungsgebiet. Der Bau der neuen Treppenanlage, die Sicherung der Steilhänge oder die Spende von zwei Stieleichen und 750 Farnen stehen beispielhaft für das gesellschaftliche Engagement des Vereins sowie für die erfolgreiche Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft – zum Wohle der Allgemeinheit.“
    Dietmar Arnold, Vorstandsvorsitzender des Vereins Berliner Unterwelten: „Seit 1998 haben wir unseren Sitz am Gesundbrunnen. Viele unserer Mitarbeiter und Vereinsmitglieder sind hier zuhause. Als ‚Partner im Kiez‘ wollen wir für unser Umfeld Verantwortung übernehmen, einen Beitrag zur Verschönerung des Stadtbildes und damit für das Leben hier im Kiez leisten.“

    23. und 24. Juni 2016

    Grenzbeobachtungsturm kommt nach Berlin
    Dank der Aufmerksamkeit unseres Vereinsmitgliedes Dirk Mundry kann ein Original-Beobachtungsturm BT6, ein Turm wie er in den 1970er Jahren auch an der Bernauer Straße als Teil der Berliner Mauer stand, nach Berlin gebracht und dem Dokumentationszentrum Berliner Mauer zur Verfügung gestellt werden.
    Mundry hatte vom geplanten Abriss des Beobachtungsturmes vom Typ BT6 auf dem früheren Truppenübungsplatz der Nationalen Volksarmee (NVA) in Nitzow/Havelberg in Sachsen-Anhalt erfahren und sich daraufhin mit den zuständigen Stellen, dem Bundeswehr-Management, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) sowie den Standortverantwortlichen der Bundeswehr Havelberg und des Truppenübungsplatzes Nitzow in Verbindung gesetzt. Es konnte eine Zustimmung für einen Abbau und Abtransport des Turmes nach Berlin erwirkt werden.
    Am Freitag, den 24. Juni 2016, wird der in sieben Teile zerlegte Turm auf vier Schwertransportern – wegen Übergröße teils unter Polizeibegleitung – in Berlin angeliefert. Der Turm wird bis zu seiner späteren Nutzung im sogenannten Lapidarium des Dokumentationszentrums Berliner Mauer an der Gartenstraße zwischengelagert. Das Lapidarium der Gedenkstätte ist gewöhnlich nur für Fachpublikum zugänglich. Dort sind eine Vielzahl baulicher Objekte der unterschiedlichen Grenzelemente gelagert – von Fahrzeugsperren bis hin zum „Stalinrasen“, von Betonfertigteilen der „Grenzmauer 75“ bis hin zu Hohlblocksteinen, mit denen während der Grenzschließung Häuserfassaden an der Bernauer Straße zugemauert wurden.

    Zahlen und Fakten:
    Höhe des Wachturms: ca. 11 Meter
    Höhe der Kanzel (mit Geländer und Scheinwerfer): ca. 3,9 Meter
    Durchmesser der Kanzel: ca. 4,6 Meter
    Gewicht der Kanzel: ca. 9,5 Tonnen
    Gewicht pro Turmring: 800 bis 1000 kg
    Durchmesser der Turmringe: ca. 1,4 Meter

    29. April 2016

    Mitgliederversammlung wählt neuen Vorstand
    Nach mehr als 13 Jahren Vorstandstätigkeit verlässt Sascha Keil die Vereinsführung. An seiner Stelle wird Hardy Jüngermann von der Mitgliederversammlung in den Vorstand gewählt, der sich nun zusammensetzt aus Dietmar Arnold als Vorsitzendem sowie Hardy Jüngermann und Andreas Körner als Stellvertreter.

    18. April 2016

    Neues Großexponat im Museum im Alten Wasserwerk und Rekonstruktion der Beleuchtung im „Kreiselraum“
    Auf dem Außengelände des Museums im Alten Wasserwerk können wir als neues Großexponat eine Abwasserhebeanlage eines Flachbunkers aufstellen. In Berlin wurden im Zweiten Weltkrieg an die 400 eingeschossige Flachbunker errichtet, teilweise ebenerdig, teilweise aber auch halb oder völlig unter der Erdgleiche liegend. Alle Bunkeranlagen des »Bunkerbauprogramms für die Reichshauptstadt« sind durch die Berliner Wasserbetriebe oder durch beauftragte Fachfirmen an das Wasser- und Abwassernetz angeschlossen worden. Bei Flachbunkern in Tiefenlage mussten die Abwässer mittels solcher Hebeanlagen auf das Niveau der vorhandenen Kanalisation hochgepumpt werden.
    Das Exponat wird im März 2016 durch den Berliner Unterwelten e.V. beim Abbruch des gartendenkmalgeschützten Flachbunkers Kurfürstenstraße 29a in Berlin-Lichterfelde geborgen und am 18. April 2016 auf dem Museumsgelände aufgestellt.
    Im sogenannten Kreiselraum werden die in den 1990er Jahren installierten Leuchtstoffröhren durch alte Industrielampen ersetzt und somit die historische Beleuchtung rekonstruiert. Der Raum zeigt nun wieder das historische Ambiente der 1920er Jahre und ist im Rahmen unserer Tour W – Wasser für Berlin zu besichtigen.

    27. und 28. Februar 2016

    Symposium zu Relikten des Kalten Krieges in Fulda
    „Relikte des Kalten Krieges in Deutschland: Auf dem Weg zu einer Erinnerungslandschaft?“ lautet der Titel eines zweitägigen Symposiums, das am letzten Februarwochenende in Fulda stattfindet. Es bildet zugleich den Abschluss eines vor zwei Jahren gestarteten Forschungsprojektes der Universität Kiel, „Militarisierte Landschaften – Erinnerungslandschaften: Praktiken ortsbezogenen Erinnerns am Beispiel des Kalten Krieges.“ Welche historische Bedeutung haben heute Bauwerke, insbesondere Schutz- und Militärbauten, aus dem Kalten Krieg? Wie wird und wie sollte mit diesen Hinterlassenschaften umgegangen werden? Der Verein Berliner Unterwelten beteiligt sich mit einem Vortrag zum Thema „Relikte und Recherchen – Vom schwierigen Zugang zu Archiven und Behörden“. Der Sprecher des Fachbereichs Forschung, René Krüger, trägt hierbei vor allem persönliche Erfahrungen vor, die er in den letzten zehn Jahren sammeln konnte. Bei der moderierten Posterausstellung wird den etwa 50 Teilnehmenden die Arbeit des Vereins, vor allem die Kooperation mit privaten und öffentlichen Wissensträgern, vorgestellt.

    9. Januar 2016

    Das vergangene Jahr in Zahlen
    Im Jahr 2015 zählten wir auf unseren Führungen insgesamt etwas mehr als 325.000 Besucher. Die saisonale Ausstellung „Mythos Germania“, die von Ostern bis Ende November geöffnet war, verzeichnete 8.726 Besucher. Im Museum im Alten Wasserwerk in Friedrichshagen wurden bis Jahresende 3772 Gäste sowie 613 Teilnehmer auf unserer neuen Tour W gezählt.
    An unseren Bildungsseminaren nahmen in 2015 insgesamt 677 Gäste teil, für weitere 98 Teilnehmer organisierten wir Kurzseminare und Exkursionen.
    Unsere Facebook-Hauptseite verzeichnete zum Jahreswechsel 8850 „gefällt mir“-Angaben.
    Zum 1. Januar 2016 hatte der Verein 478 Mitglieder.
    Wir danken allen Gästen, Partnern, Freunden und Förderern, die uns im vergangenen Jahr besucht, empfohlen und unterstützt haben. Wir wünschen ein gesundes, erfolgreiches
    und friedliches Jahr 2016.

    1. Januar 2016

    Museum im Alten Wasserwerk wird ERIH-Mitglied
    Zum 1. Januar 2016 wird das Museum im Alten Wasserwerk Mitglied der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH – European Route of Industrial Heritage).