Projekt Flakturm Humboldthain

    Instandsetzung 2001-2002

    Sondernutzungsvertrag und erste Arbeiten in der Flakturmruine

    Am Gesundbrunnen in Berlin-Mitte setzt der Verein eines seiner Ziele, nämlich den Untergrund der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kontinuierlich um und baut hier seit 1998 das Berliner Unterwelten-Museum als ständige Ausstellung auf. Bereits seit dem Frühjahr 2000 gibt es regelmäßige Untergrund-Führungen, die Ausstellung wird ständig erweitert. Die Aktivitäten des Vereins wurden von Anbeginn vom Bezirksamt Mitte von Berlin unterstützt. Die Zusammenarbeit zwischen Bezirk und dem Verein hat sich über Jahre bewährt, schließlich geht es auch darum, den Bereich Gesundbrunnen aufzuwerten. In der Vergangenheit konnten so bereits verschiedene Sonderausstellungen und Theaterprojekte in den Vereinsräumlichkeiten realisiert werden. Auf dieser Grundlage stellte der Berliner Unterwelten e.V. im Frühjahr 2001 dem Bezirksamt Mitte ein neues und sehr ungewöhnliches Projekt vor – die Öffnung der Flakturmruine im Volkspark Humboldthain für geschichtlich interessierte Besucher.
    Die Ideen des Vereins sahen nun vor, das Innere der Bunkeranlage auf eigene Kosten für Führungs- und Ausstellungszwecke herzurichten. Gleichzeitig sollten dabei mögliche Gefahrenstellen endgültig von innen abgesichert, zusätzlich ein betreutes Fledermausquartier eingerichtet werden. Nach einigen gemeinsamen Gesprächsterminen konnten die Vertreter des Bezirksamtes schließlich vom außergewöhnlichen Konzept und den Plänen des Vereins überzeugt werden, und im Sommer 2001 kam es zur Unterzeichnung eines Sondernutzungsvertrages für das Innere der Flakturmruine.
    Nachdem nun alle Formalitäten geklärt waren, konnte es am 4. Oktober 2001 endlich losgehen. Durch das Schaffen einer Öffnung und dem Einbau einer Eisentür in 8 m Höhe an der Nordwand wurde offiziell der 53 Jahre dauernde Dornröschenschlaf des Bunkers beendet. Von nun an hatte man einen Zugang zum Bauwerk und konnte mit den Schuttberäumungsarbeiten im Inneren beginnen. Vorerst sollte jedoch den Fledermäusen im Bunker die nötige Ruhe gelassen werden und man beschloss, nach der Winterpause weiterzumachen. Im Juli 2002 wurde ein weiterer Zugang auf der sogenannten „Galerie“, der unteren Geschützebene, freigestemmt und die Zugangstüren eingesetzt. Nach Beräumung der Gänge von Trümmerschutt hatte man nun endlich einen Weg auch schweres Baumaterial wie Stahlträger und Gitterroste für die späteren Besucherplattformen hinein zu bringen. Diese erste Bauwoche 2002 wurde übrigens von einem Kamerateam begleitet. Ab nun nahmen die Arbeiten im Inneren des Bunkers ihren Lauf…
    Stahlträger und Gitterroste wurden verlegt und verschweißt, Elektroinstallationen durchgeführt, Sicherungsseile befestigt und immer wieder Schutt beräumt; Schutt, Schutt und nochmals Schutt. Hunderte von Kubikmetern dürften es alleine in dieser Bauphase 2002 gewesen sein, aber es sollte noch dicker kommen.

    Instandsetzung 2003

    Tiefbauarbeiten auf dem Bunkerdach

    Bereits Ende 2002 stellte man fest, dass ein Teil der Abschlussdecke zum Turmdach durch die Sprengung zerstört und das darunter liegende Treppenhaus verschüttet war. Um diesen Treppenaufgang für die später geplanten Rundgänge nutzen zu können, wurde es also notwendig, die Decke wieder herzustellen. Dummerweise befand sich besagte Decke ca. 6 m unter der heutigen oberen Aussichtsplattform und man beschloss, mittels zweier großer Baugruben die Sache von oben anzugehen. Ende des Jahres 2002 waren hierzu die ersten Vorarbeiten erledigt, sodass die Baustelle kurz vor Weihnachten winterfest gemacht werden konnte.
    Im April 2003 ging es dann wieder in großen Schritten weiter. Die Verschalung des Vorjahres wurde entfernt und Stück für Stück durch eine neue ersetzt. An der Stelle des ehemaligen Munitionsaufzuges wurde in 2,5 m Tiefe eine neue Decke aus Stahlträgern und Stoltedielen eingezogen, um das Nachrutschen von Trümmerschutt zu verhindern. Neben dem Munitionsaufzug wurde nun die eigentliche Hauptgrube in die Tiefe gegraben, 8 m lang und 2,5 m breit. Während die einen sich über den „Jahrhundertsommer 2003“ freuten, floss bei der Baugruppe am Humboldthain der Schweiß in Strömen.
    Ende Juli hatte die Baugrube eine Tiefe von 6,5 m erreicht. Angesichts der Tatsache, dass auf dieser Baustelle keine Maschinen, wie zum Beispiel ein Bagger, eingesetzt werden konnten und somit alles Handarbeit war, die Baugruppe zudem in der Regel aus nicht mehr als vier Leuten bestand, ist dies eine Leistung, die sich sehen lassen kann. Sämtlicher Aushub musste mit Seil und Eimern nach oben geschafft werden. Bemerkenswert ist allerdings auch, was sich im Inneren bewegte. Die Kollegen, die dort arbeiteten, konnten sich bei einer konstanten Temperatur von 10 Grad im Bunker nicht über einen zu heißen Sommer beschweren. Die Schlosser, die den Sommer damit verbrachten, das Treppengeländer, die Besucherplattform auf dem Aufzugschacht und andere Sicherungseinrichtungen zu bauen, bekamen „Sonnenbrand“, wenn überhaupt, nur vom Schweißen. Die Elektriker installierten umfangreiche elektrische Anlagen wie Sicherungs- und Verteilerkästen sowie die Beleuchtung des späteren Ausstellungsraumes.
    Auf dem „Dach“ hingegen war man inzwischen bereit, die neue Decke mittels Fertigbeton einzugießen. Sämtliche Verschalung und Armierung war vorbereitet und die Situation vom Fertigbetonlieferanten begutachtet und die Aufgabe als „problemlos machbar“ eingeschätzt worden. Die Schwierigkeit bestand allerdings wieder einmal darin, dass die Baustelle mit schweren Fahrzeugen oder Maschinen nicht zugänglich war. Es sollten nun also rund 18 Kubikmeter Fertigbeton über eine 120 Meter lange Schlauchleitung vom Fuße des Trümmerberges über einen Höhenunterschied von rund 40 Metern nach oben gepumpt werden.
    Am 29. Juli war es soweit. Dank der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Vereinsmitglieder konnte die Schlauchleitung schnell und sicher verlegt und befestigt werden. Kurz darauf wurde auch schon die erste Fuhre Beton geliefert und mit bis zu 80 bar durch die Schlauchleitung nach oben gepresst. Leider hielten einige der Schläuche der Belastung nicht stand und platzten, sodass es mehere Unterbrechungen gab. Am Folgetag entschloß sich der Betonlieferant daher, eine zweite, kleinere Betonpumpe als Zwischenpumpstation auf halber Höhe des Berges zu plazieren. Diese Maßnahme bewährte sich, es gab am zweiten Tag jedenfalls keine Schlauchplatzer mehr und die Decke konnte fertiggestellt werden.
    Einige Wochen später begann man, die Grube wieder mit auf der Aussichtsplattform gelagertem Schutt und solchem aus dem darunter liegenden Treppenhaus zu verfüllen.
    Nachdem Mitte Oktober auch der letzte Pflasterstein auf der Aussichtsplattform wieder an seinem Platz eingesetzt war, konnte am 18. Oktober mit den Vertretern der öffentlichen Stellen, Vereinsmitgliedern, Freunden und Förderern des Vereins sowie einigen Pressevertretern das „Richtfest“ oder besser gesagt das „Bergfest“ gefeiert werden.
    Über die Wintermonate wurden die Führung inhaltlich vorbereitet, mit denen es im April 2004 endlich losgehen sollte.

    Instandsetzung 2004

    Neue Quartiere für bedrohte Fledermäuse

    Im April 2004, genau genommen am 4.4.2004, fand die erste öffentliche Führung durch die Flakturmruine statt. Unter dem Namen „Tour 2 – Vom Flakturm zum Trümmerberg“ konnten von nun an Besucher das jahrzehntelang der Öffentlichkeit verborgene Innere der Flakturmruine erstmals wieder betreten.
    Parallel ging es jedoch mit den Bauarbeiten weiter.
    Als Erstes wurde in den Sommermonaten der Weg zu Eckturm II im einstigen 4. Obergeschoß vom Schutt beräumt. Die Vereinsmitglieder bewegten wiederum ca. 200 Kubikmeter Trümmerschutt. Den ehemaligen Munitionsaufzug im Eckturm III befreite man bis auf Höhe des 4. OG vom Trümmerschut, mit dem er vollständig verfüllt war und baute dort eine Besucherplattform ein.
    Nachdem das neue Wegesystem durch die Schutthalden erstellt war, begannen unsere Hauselektriker mit der Installation der nötigen Beleuchtung, auch das Materiallager wurde hierhin verlegt. Ebenso erfolgte die fachgerechte Sicherung absturzgefährdender Bereiche zur Wendeltreppe.
    In einem zweiten Schritt begannen wir dann in enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Artenschutzbeauftragten für Fledermäuse, Herrn Karsten Kallasch, es unseren Fledermäusen gemütlicher zu machen. Hierfür wurden zuerst per Kernbohrungsverfahren weitere runde Öffnungen in der Außenwand hergestellt, um den Nachtschwärmern das Einfliegen in die Bunkerruine zu erleichtern. Zusätzlich installierten die Mitwirkenden im 5. Obergeschoß diverse Tonkästen an den Wänden, um dem „Großen Mausohr“ weitere Überwinterungsmöglichkeiten zu bieten. In Teilbereichen wurden für die kleineren Fledermausarten zudem spezielle Wände aus eng zusammenstehenden historischen Ziegeln hochgemauert. Die schmalen Zwischenräume zwischen den Ziegeln bieten ebenfalls gute Überwinterungsmöglichkeiten.
    Generell bietet der Flakturm optimale Voraussetzungen als Fledermaus-Winterquartier. Im Inneren ist es auch im tiefsten Winter frostfrei, die Temperatur bleibt nahezu kostant bei 8-10 Grad das ganze Jahr über. Es herrscht außerdem eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit und keine Zugluft. Und was die Fledermaus vor allem im Winter braucht, ist Ruhe. Dies ist auch der Grund dafür, daß die Führungen im Flakturm Humboldthain nur von Anfang April bis Ende Oktober stattfinden können. In den übrigen Monaten gilt eine Schutzzeit für die Tiere, in der sie möglichst nicht gestört werden dürfen, da sie sich in einem winterlichen Ruhezustand befinden. Jedes Aufwachen kostet Energie, die ihnen dann beim Überwintern fehlt.
    Im Turm III im 5. OG kamen parallel zu den vorher genannten Arbeiten unsere Betonfachleute zum Einsatz. Am Übergang zur fast vollständig zerstörten obersten Etage mußte ein größeres Deckenfeld neu erstellt werden, um das Einbrechen von Trümmerschutt an dieser gefährdeten Stelle von vornherein zu unterbinden.
    Ende Oktober wurde das Erreichte im Rahmen eines zünftigen Grillfestes auf dem Turm entsprechend gefeiert.

    Instandsetzung 2005 – 2006

    Aufbruch in neue Tiefen

    In der Bausaison 2005 konnte im April/Mai zuerst ein weiterer Raum im 4. Obergeschoß komplett von Trümmerschutt befreit werden (ca. 30 m²). Danach verlegten wir den Schwerpunkt eine Etage tiefer. Hier traten zuerst unsere Schlosser in Aktion, indem sie in einem ehemaligen Kabelschacht zwischen der dritten und ersten Etage eine Feuerleiter installierten, um gefahrlos schneller zwischen diesen Ebenen wechseln zu können. Die Elektriker konnten gleichzeitig mit ihren Stromkabeln bis ins unterste Geschoß vordringen, sodass jetzt in allen Etagen ein beleuchtetes Areal zur Verfügung steht. Unsere Trümmerfrauen und -männer arbeiteten sich zeitgleich in der 3. Etage durch meterhohe Schuttberge hindurch, um eine begehbare Verbindung zwischen den Ecktürmen auch in dieser Ebene herzustellen. Hierbei ist ein besonders gefährdeter Bereich, bei dem die durch die Sprengungen 1948 erheblich geschädigte Zwischendecke besonders stark durchhing, entlastet und gesichert worden. Die durchgeführten Arbeiten konnten bereits im September und Oktober von den ersten interessierten Besuchern bei unserer Tour E (Humboldthain-Extrem) in Augenschein genommen werden. Geplant ist, den neuen Verbindungsweg zu Eckturm II im Verlaufe des Jahres 2006 fertigzustellen, um weitere spannende Bereiche gefahrlos zu erschließen.
    Ab April 2006 setzte die AG Humboldthain die Instandsetzungsarbeiten fort. An den regelmäßigen Mittwochs-Einsätzen wurde die Begehbarmachung der Ruine vorangetrieben. Dabei konnte nun der Übergang zum Eckturm II in der dritten Etage „freigeschippt“ werden. Bohrlöcher, vermutlich aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, und ein als Galvanisierungswanne identifiziertes Becken „exhumiert“ wurden. Ebenfalls entdeckten unsere Mitglieder die wohl längsten Stalaktitenformationen des Bauwerks – bis zu 1,20 Meter lange Tropfsteine. Die Bauwoche im Juli wurde schließlich genutzt, um Material für den weiteren Ausbau in den Turm zu bringen. Im Innern galt es zunächst, eine Fensteröffnung in der dritten Etage vom Schutt zu befreien, um 12 etwa acht Meter langen Stahlträger durch ein frei gemeißeltes Loch nach innen zu befördern. Die Unterbringung dieser schweren Stücke entwickelte sich zum schweißtreibenden Kraftakt. Um die verloren gegangene Kraft entsprechend aufzutanken, rundete ein kleines Grillfest die Bauwoche ab.
    Im Jahre 2006 wurde außerdem der bisher die Tour 2 einleitende Diavortrag durch großformatige Ausstellungstafeln ersetzt, die während der Tour erläutert werden. Es kann dadurch auf anfällige Projektionstechnik im feuchtkalten Klima des Bunkers verzichtet werden und die Besucher sind mehr in Bewegung und sehen so mehr vom Bauwerk.

    Instandsetzung 2007 – 2012

    Sicherungsarbeiten fortgesetzt, neue Bereiche erschlossen

    Die Jahre 2007 und 2008 standen im Zeichen der Sicherung einiger gefährdeter Bereiche sowie der allgemeinen Instandhaltung der für den Besucherverkehr notwendigen Beleuchtung, der Geländer und Absperrungen sowie der Gitterbrücken. Im Jahre 2009 wurden diese Instandhaltungsmaßnahmen fortgesetzt.
    Neben den üblichen Instandhaltungsarbeiten wurden in den Jahren 2010 bis 2012 das Beleuchtungskonzept und die Platzierung der Ausstellungstafeln optimiert.
    Im Inneren war die Schaffung eines Durchbruchs durch die 80 Zentimeter starke Decke zwischen dem 4. und 3. OG im Herbst 2012 die größte Herausforderung. Mittels dutzender Kernbohrungen wurde die im Durchmesser rund 1,50 Meter große Öffnung zu einer Zwischenebene ausgebohrt. Dabei mussten der zu entfernende Deckenbeton in mehrere kleinere Stücke aufgeteilt werden, um diese trotz ihres Gewichtes noch bewegen zu können.

    Instandsetzung 2013

    Neue Bereiche werden erschlossen, Sicherung im Außenbereich

    Das Jahr 2013 brachte wieder größere Bauarbeiten mit sich. Als erstes wurde durch die Fa. „Treppenstudio Metallbau Schubert“ eine kleinere Wendeltreppe in die 2012 eingebohrte Deckenöffnung in Turm 3 eingesetzt. Sie führt auf eine darunterliegende 1,70 Meter hohe Zwischenebene. Von dort aus sollen die Besucher zukünftig über eine weitere Metalltreppe sicher in einstige 3. Obergeschoss gelangen. Der Einbau der passgenauen Treppe konnte Mitte Mai abgeschlossen werden.
    Mitte Juli war der Einbau einer weiteren Brücke aus Stahlträgern und Gitterrosten in Turm II auf Höhe des 3. Obergeschosses vollendet. Nun konnte hier über dem alten, durch die Sprengung abgeknickten Original-Treppenunterbau eine weitere Wendeltreppe installiert werden. Die Stufen, alles in allem wieder eine Spezialanfertigung des bewährten Treppenstudios, mussten alle einzeln mit Spezialbolzen in der Wandrundung des Treppenturmes verankert werden. Pro Bolzen wurde eine Tragkraft von 200 kg zugesichert. Diese neue Metalltreppe verbindet nun das 3. und 4. OG wieder miteinander, so dass die Besucher künftig ein Rundgang erwartet, bei dem kein Weg zweimal beschritten werden muss. Durch den Durchbruch und den Einbau der Treppen ist es nunmehr möglich, den Weg der Tour 2 auch durch das ehemalige 3. Obergeschoss zu führen.
    Parallel zu den Treppeneinbauten waren neue Elektroinstallationen erforderlich, um die neu erschlossene Etage auch lichttechnisch entsprechend in Szene zu setzen. Die Ausführungen dieser Arbeiten wurden zum einen durch die Fa. Klüter Elektromontagen als vor allem auch durch unseren Hauselektriker ausgeführt. Des Weiteren musste für die Foto- und Thementafeln neu geordnet und an andere Stellen umgehangen werden, um den geplanten neuen Rundgang entsprechend aufzulockern.
    Im Außenbereich mussten einige erosionsgefährdete Stellen im Hang an der Ost- und Westseite des Bunkers gesichert werden. Hier wurden durch die Fa. Wisniewski & Partner terrassenartige Stufen angelegt, die das Ausschwemmen des Erdreichs verhindern sollen. Diese Arbeiten wurden in Abhängigkeit vom Wetter den ganzen Sommer über durchgeführt.
    Ende Oktober dann konnten die ersten Testführungen absolviert und der Tourenleitfaden überarbeitet werden, so dass den interessierten Besuchern ab 2014 eine neue Tour 2 erwartet, die durch die neue Wegstrecke noch sehr viel spannungs- und abwechslungsreicher geworden sein dürfte.

    Instandsetzung 2014

    Sicherung in den unteren Etagen, neue Ausstellungsstücke

    Von Mitte April bis Mitte Juli 2014 wurden durch die Fa. Wisniewski & Partner über 200 sogenannte Gabionen im Flakturm Humboldthain verbaut.
    Gabionen (hier von der Fa. Rothfuss) werden zur Sicherung von labilen Hanglagen oder Berghängen auch beim Bau von Bundesstraßen und Autobahnen benutzt.
    Insgesamt 18 Lagen Gabionen sichern nun eine Trümmerhalde, bei der die Gefahr bestand, dass diese irgendwann in die Flakturmruine hätte hineinrutschen können.
    Nun ist diese unterirdische Hanglage stabilisiert.
    In den kommenden Wochen werden zudem durch die Fa. Laserscan (Dipl. Ing. Michael Assig) Setzungsmessungen durchgeführt, um das Bauwerk auch künftig sicher begehen zu können.
    Diese Messungen erfolgen künftig einmal im Jahr.

    Im Frühjahr dieses Jahres hat der Verein 21 Reliefsteine aus Kalksandstein angekauft, davon 8 Ehrenkranzsteine und 13 Doppelschwertersteine mit einem Gewicht von je bis zu 1,7 Tonnen.
    Mit großer Wahrscheinlich waren die Steine tatsächlich für die „Endsiegfassade“ (Friedensverkleidung) des Flakturms am Zoo vorgesehen. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Reliefsteine vorproduziert, aber nicht mehr verbaut wurden. Andere Reliefsteine der gleichen Art wurden 1941/42 am Flaktum Zoo angebracht. Diese dürften jedoch durch die Sprengung des Flakturms im Jahre 1948 zerstört worden sein. Die genauere Herkunft der Reliefsteine wird noch zu erforschen sein.
    Die Reliefsteine wurden am 14. Mai 2014 geliefert und von der Fa. Karl Altendorff, spezialisiert für Schwerlasttransporte, ins ehemalige vierte Obergeschoss geschafft. Die historischen Reliefsteine werden den interessierten Besuchern nun im Rahmen der Tour 2 im Flakturm Humboldthain gezeigt.
    Wir bedanken uns beim Bezirksamt Mitte von Berlin für die Unterstützung und die notwendigen Genehmigungen.

    Die Instandsetzungsmaßnahmen sind nun soweit abgeschlossen.
    Für die kommenden Jahre planen wir eine Aktualisierung der Ausstellungstafeln.