Das unterirdische Berlin

    Stadtgeschichte von unten

    Berlin hat im Laufe seiner Entwicklung zur modernen Großstadt viele Bauwerke in den märkischen Sand gesetzt, auf dem es gegründet wurde. Die Brauereien nutzten die Hänge des Barnims zur Kühlung und Lagerung ihrer Biervorräte, die Wasserbetriebe zur Filterung und Gewinnung des Trinkwassers. Die Rohrpost, die Gasversorgung, die Entsorgung von Regen- und Abwasser und die Tunnel der U-Bahn bildeten unsichtbare Versorgungsnetze unter Berlin. Anhand markanter Bauwerke zeigen wir Ihnen, wie – und vor allem warum – eine Großstadt in den Untergrund geht.

    Programmbeschreibung

    An fünf Tagen, jeweils von 9 bis 17 Uhr inklusive Pausen, werden Sie mit uns Berlins vielschichtige „Unterwelt“ kennen lernen. Die Führungen, Vorträge und Diskussionen sind in 90-Minutenblöcke eingeteilt. Die Pausen geben Ihnen Gelegenheit zu entspannen oder das Gesehene und Gehörte bei einer Stärkung ungezwungen weiter zu vertiefen. Natürlich ist für Sie die Zeit für ein gemeinsames Mittagessen eingeplant.
    Für einige Besichtigungen benötigen Sie Taschenlampen.

    Mit der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie ein ausführliches Seminarprogramm, das vorbehaltlich letzter Änderungen ist.

    Am ersten Tag werden Sie den Veranstalter, den Berliner Unterwelten e.V., und das detaillierte Programm der Woche kennenlernen. Wegen der umfangreichen Koordination verschiedener Referenten und Ortstermine, kann es vereinzelt zu Änderungen im Ablauf kommen. Einzelheiten des Ablaufes und der Organisation für Ihre Bildungswoche werden Sie dann endgültig bei uns erfahren.

    Bildvorträge oder Referate unserer fachlich geschulten Referenten führen Sie in die Eigenheiten des Berliner Bodens, die konstruktiven und wirtschaftlichen Hintergründe unterirdischer Bauten und ihrer Nutzung ein und bereiten Sie damit auf die Begehungen vor.

    Berlin hat einen im Gegensatz zu Metropolen wie London, Paris, Moskau oder New York, schwierigeren, weil nicht felsigen Untergrund. Damit grub sich Berlin erst ab dem 18. Jahrhundert in seinen sandigen, mit hohem Grundwasser versehenen Boden. An den Hängen des Urstromtales erwarten Sie die großen Kathedralen der Brauereikeller, die von der einstigen großen Bedeutung der Bier-Industrie für unsere Stadt zeugen.

    Bei Führungen durch mehrere unterirdische Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg und auch aus dem Kalten Krieg wird Ihnen diese sehr spezielle Nutzung mit all ihren Vor- und Nachteilen verdeutlicht. Sie werden mit uns außerdem einen der letzten noch authentisch erhaltenen Operationsbunker aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges besichtigen.

    Einen Einblick in Berlins unterirdische Infrastruktur erhalten Sie beim Besuch der Berliner Wasserbetriebe, die uns den immensen Aufwand zum Reinigen und Bereitstellen des Trinkwasser nahe bringen werden. Der Blick in eine bis heute ungenutzte Bauvorleistung für die Untergrundschnellbahn zeigt die Nutzung des Untergrundes durch den öffentlichen Nahverkehr mit seinem baulichen Aufwand aber auch den verkehrspolitisch begründeten Änderungen. Das Großbauten wie das Olympiastadion oder der ehemalige Zentraflughafen Tempelhof eine eigene unterirdische Infrastruktur besitzen, werden Sie bei einer Führung erleben. Ein Besuch der Zitadelle Spandau zeigen Ihnen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Nutzung des Untergrundes – von professioneller Veranstaltungsorganisation bis hin zu ehrenamtlichem Fledermausschutz.

    Aber auch die kriminelle Unterwelt bleibt Ihnen in diesem Seminar nicht verborgen. In der polizeihistorischen Sammlung werden Sie speziell über die Geschichten der „Tunnelgangster von Schlachtensee“, der Gebrüder Sass und des Karstadt-Erpressers „Dagobert“ informiert.

    Wie politisch die Geschichte des Berliner Bodens sein kann, zeigt Ihnen eine Ortsbegehung zu den unterirdischen Resten des ehemaligen Regierungsviertels. Deren Bedeutung für die sowjetischen Truppen wird Ihnen bei diesem Rundgang gezeigt und eingehend erläutert. Und im Dokumentationszentrum Berliner Mauer und bei einer Führung entlang der Bernauer Straße werden Sie mehr über die Grenzbefestigungen zwischen Ost- und Westberlin, aber auch die unterirdischen Fluchttunnel erfahren.

    Termine

    16. – 20. April 2018 (AUSGEBUCHT)
    13. – 17. August 2018 (AUSGEBUCHT)

    Teilnahmegebühr

    195€

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    Informationen zur Anmeldung

    Bildungsurlaub

    Grundlegendes und Wissenswertes zum Thema erfahren Sie in der Rubrik Bildungsurlaub.

    In welchen Bundesländern dieses Seminar als Bildungsurlaub anerkannt ist, entnehmen Sie bitte dieser Übersicht.