Zivil- und Katastrophenschutz

    Mögliche Groß- und Schadensereignisse in Berlin

    Im Kalten Krieg standen in der Bundesrepublik nur für 3% der Bevölkerung Schutzbauten zur Verfügung. Alle drei Jahre müssen Gefahrenabwehrpläne durch die Senatsverwaltung, Polizei und Feuerwehr überprüft werden. Wie funktioniert Katastrophenschutz und wer betreibt Schutzbauwerke, Notfallkrankenhäuser und Sonderarchive? Was ist zur Abwehr von Großschadensereignissen zu beachten? Die Begriffe haben sich seit Beginn des Zivilschutzes Anfang des 20. Jahrhunderts stetig gewandelt, die Notwendigkeit, in der Millionenstadt Berlin vorausschauend zu handeln, dagegen nicht.

    Programmbeschreibung

    An fünf Tagen, jeweils von 9 bis 17 Uhr, werden wir uns im Rahmen von Führungen, Vorträgen und Diskussionen mit dem Seminarthema beschäftigen. Das Programm ist in 90-Minutenblöcke eingeteilt, wobei Pausen sowie die Zeit für ein gemeinsames Mittagessen eingeplant sind. Das Seminar beginnt und endet täglich in Berlin. Am ersten Tag lernen Sie Ihre Mit-Seminarteilnehmer und uns als Veranstalter kennen, das detaillierte Seminarprogramm der Woche wird vorgestellt, und organisatorische Fragen werden geklärt. Aufgrund der umfangreichen Koordination der Programmpunkte gilt das Seminarprogramm, welches Ihnen vorab mit der Einladung zugeschickt wird, nur vorbehaltlich.

    Zur Vorbereitung der Stadt Berlin auf so genannte Großschadensereignisse gehört sowohl das Vorhalten entsprechender infrastruktureller als auch organisatorischer und personeller Ressourcen. In extremen Situationen kann die Leistungsfähigkeit einzelner Organe wie Feuerwehr oder Polizei ebenso wie die der Bezirksverwaltungen an Ihre Grenzen stoßen. Zur Koordination aller Einsatzkräfte werden Gefahrenabwehrpläne erstellt. Berlin hat sich dafür 1999 das »Gesetz über die Gefahrenabwehr bei Katastrophen« (KatSG) gegeben.

    Die Zusammenarbeit der Organe und Hilfsorganisationen wie Polizei, Verkehrslenkung, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, usw. wird Ihnen in einem Vortrag am Beispiel eines Sprengstoffanschlages erläutert. Außerdem besuchen wir die Abteilung III für Katastrophenschutz der Senatsverwaltung von Berlin. Weitere Beteiligte, die im Rahmen des Seminars Einblicke geben, sind das Technische Hilfswerk (THW) und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Fachleute des THW und des ASB werden Sie in die spezielle Ausbildung einführen und mit Ihnen ihre Übungsanlagen besichtigen. Neben einem weiteren Übungsgelände der Polizei zeigen wir Ihnen einen »verborgenen« Ort im U-Bahnhof Jungfernheide. In einem ungenutzten U-Bahn-Tunnel können hier Einsatzkräfte des THW, der Feuerwehr oder der Polizei die Rettung Verletzter bei Havarien im Untergrund trainieren.

    Für die Abwehr von Großschadensereignissen stehen in Berlin unterschiedlichste Bauten. In jeder Epoche hatte man andere Ansichten zu möglichen Katastrophen: im Zweiten Weltkrieg lag der Schwerpunkt auf dem Luftschutz, in der Zeit des Kalten Krieges auf der Vorbereitung auf einen atomaren Konflikt. Heute besteht die Gefahr terroristischer Anschläge mit Spreng- oder biologischen Kampfstoffen. Oberirdische und unterirdische Schutzbauten entstanden, die Tausende Berliner aufnehmen sollten. Krankenhäuser wurden entsprechend ausgestattet, um speziell bei Anschlägen einsatzbereit zu bleiben.

    Der Fernmeldebunker Pallasstraße sollte das Fernmeldeamt in der Winterfeldtstraße aufnehmen. Erst Ende der 1980er Jahre wurde er für den Zivilschutz fertiggestellt. Weitere Hochbunker in Berlin-Zehlendorf sind als Luftschutzbauten im Zweiten Weltkrieg erbaut und später zivil genutzt worden. Erst der Kalte Krieg bewirkte hier wie in der Pallasstraße eine Modernisierung. Wir führen Sie unter anderen in den Hochbunker Heckeshorn, der zu einem Notkrankenhaus hergerichtet wurde.

    Sowohl im Zweiten Weltkrieg als auch im Kalten Krieg, sowohl in Ost- als auch in West-Berlin, nutzte man den Untergrund für Zivilschutzzwecke, was wir Ihnen an verschiedenen Beispielen zeigen, u.a. anhand einer ehemaligen Luftschutzanlage am Blochplatz in Berlin-Gesundbrunnen sowie anhand von U-Bahnhöfen, die im Falle einer Katastrophe mehrere Tausend Menschen für Wochen aufnehmen sollten. Sie besichtigen mit uns außerdem speziell hergerichtete Kelleranlagen in Berlin-Lichtenberg. Wie sich das Krankenhausmanagement eines Klinikums auf den Fall eines Anschlages mit biologischen oder chemischen Kampfstoffen vorbereitet, erfahren Sie im Vivantes-Klinikum Berlin-Friedrichshain.

    In das weite Spektrum der Arbeit des Zivil- und Katastrophenschutzes gehören ebenso der Schutz von wichtigen Unterlagen und die Auswertung von Informationen. Im Landesarchiv Berlin wird Ihnen die Sicherung wertvoller Dokumente und die Rettung geschädigter Akten vorgeführt. Ein Mitarbeiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes wird Ihnen dagegen die Bedeutung der Inneren Sicherheit im Zusammenhang mit Großschadensereignissen vor Augen führen.

    Termine

    27. – 31. Juli 2020 (ausgebucht)
    2. – 6. November 2020 (ausgebucht)

    Teilnahmegebühr

    240€

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    Bildungsurlaub

    Grundlegendes und Wissenswertes zum Thema erfahren Sie in der Rubrik Bildungsurlaub

    In welchen Bundesländern dieses Seminar als Bildungsurlaub anerkannt ist, entnehmen Sie bitte dieser Übersicht.