Mythos Germania – Vision und Verbrechen

    Dauerausstellung

    Albert Speers Planungen für Berlin waren keine Utopie, sondern ein konkretes Bauvorhaben. Als Generalbauinspektor entwarf der Architekt breite Achsen und Monumentalgebäude von enormen Dimensionen, die den Machtanspruch des NS-Systems demonstrieren sollten. Berlin hätte nicht mehr als Lebensraum der Bewohner gedient, sondern als Repräsentationsraum des Regimes. Für die Umsetzung der Pläne forderte und unterstützte Speer Vertreibungen, Deportationen und Sklavenarbeit. Beim angestrebten Neubau der Metropole waren Vision und Verbrechen untrennbar miteinander verbunden.

    Die Geschichtsausstellung des Berliner Unterwelten e.V., eine gesonderte Abteilung des Berliner Unterwelten-Museums am Gesundbrunnen, beleuchtet Architektur und Städtebau im Berlin der NS-Zeit und analysiert die ideologischen Zielsetzungen und verbrecherischen Konsequenzen. Darüber hinaus werden Legenden und Klischees rund um die »Welthauptstadt Germania« dekonstruiert.
    Die multimediale Ausstellung lädt die Besucher zur eigenständigen Erkundung des vielschichtigen Themas ein. Über 20 Autoren – viele von ihnen für Berliner Universitäten, Gedenk- und Dokumentationsorte tätig – haben sich an dem interdisziplinären Projekt beteiligt.
    In ihren insgesamt sieben Themenbereichen zeigt die Ausstellung ausgewählte Bauvorhaben und beleuchtet dabei bautechnische, soziale und ideologische Hintergründe – stets im Kontext mit den für die »Neugestaltung« begangenen Verbrechen: Vertreibung, Deportation und Zwangsarbeit.
    Den Ort für die Ausstellung liefern die Räumlichkeiten von zwei vergessenen und erst im Jahre 2010 wiederentdeckten Zwischenebenen unter dem Bahnhof Gesundbrunnen. Sie wurden durch den Verein 2011–2014 für Ausstellungszwecke hergerichtet.
    Hier geben Medienstationen, Text- und Bildfahnen, Exponate und Architekturmodelle einen umfassenden Einblick in die Pläne und Vorhaben des GBI. Zur individuellen Vertiefung dienen zusätzliche Film-, Hör- und PC-Stationen sowie »Ausziehladen«, die weitere Detailinformationen liefern. Zu den Originalexponaten zählen der Teil eines »Speer-Kandelabers«, Artefakte vom Gelände des KZ-Außenlagers »Klinkerwerk« bei Oranienburg, ein Säulenfragment der Neuen Reichskanzlei und eine Versuchsleuchte aus einem Tunnel vor dem Sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni. Darüber hinaus wird das für den Film »Der Untergang« (2004) geschaffene Großmodell von »Germania« ausgestellt. Dieses steht im eindrucksvollen Spannungsverhältnis mit einer unmittelbar angrenzenden Leuchtwand, die die verbrecherischen Konsequenzen des Großbauprojektes darstellt. Weitere Modelle veranschaulichen die überdimensionierten Größenverhältnisse der seinerzeit geplanten Bauten.


    Literaturtipp zur Ausstellung

    • »Mythos Germania – Vision und Verbrechen«, Buch

    Diese Publikation ist in unserem Web-Shop und in unserem Ticket- und Buchshop sowie am Ausstellungseingang erhältlich.

    Öffnungszeiten

    Die Ausstellung ist ganzjährig geöffnet:

    • April – Oktober 2019: Do – So 11 – 18 Uhr
    • November 2019 – März 2020: Sa + So 11 – 16 Uhr
    • April – Oktober 2020: Do – Mo 11 – 18 Uhr

    Sonderöffnungszeiten/Abweichungen 2019/2020

    • 26. September – 6. Oktober 2019: täglich 11 – 18 Uhr geöffnet
    • 24. Oktober – 3. November 2019: täglich 11–18 Uhr geöffnet
    • 27. Dezember 2019 – 5. Januar 2020: außer am 1. Januar 2020 täglich 10 – 18 Uhr geöffnet
    • 21. Mai – 25. Mai 2020: täglich 10 – 18 Uhr geöffnet
    • 28. Mai – 1. Juni 2020: täglich 10 – 18 Uhr geöffnet
    • 1. Oktober – 5. Oktober 2020: täglich 10 – 18 Uhr geöffnet
    • 29. Oktober – 2. November 2020: täglich 10 – 18 Uhr geöffnet
    • 27. Dezember 2020 – 3. Januar 2021: außer am 1. Januar 2021 täglich 10 – 18 Uhr geöffnet


    Geschlossen: 23. – 26. Dezember 2019 | 1. Januar 2020 | 23. – 26. Dezember 2020 | 1. Januar 2021


    Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung.

    Tickets

    6 € (ermäßigt 5 €)
    3 € Kombiticket (in Verbindung mit dem Kauf eines Tickets für eine Tour des Berliner Unterwelten e.V.)

    Ticketverkauf nur in unserem Ticket- und Buchshop,
    Brunnenstraße 105, 13355 Berlin
    GoogleMaps
    Lageplan

    Der Ticketshop schließt, sofern nicht anders angegeben, um 16 Uhr,
    der Einlass in die Ausstellung erfolgt bis 30 Minuten vor Schließung.

    Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Berliner Unterwelten e.V.

    Ausstellungsort

    Die Ausstellungsräume, ein separater Bestandteil des Berliner Unterwelten-Museums befinden sich im Zwischengeschoss der nördlichen Eingangshalle des U-Bahnhofs Gesundbrunnen (U8). Der Eingang hierzu liegt vor dem Gesundbrunnen Center (Badstraße / Ecke Behmstraße, 13357 Berlin)

    Das Zwischengeschoss ist nur per Treppe erreichbar.
    Es gibt keinen Aufzug.
    Die Ausstellungsräume sind nicht barrierefrei.

    Der Ticketverkauf erfolgt nicht am Ausstellungseingang sondern an unserem Ticket- und Buchshop, Brunnenstraße 105, 13355 Berlin, wenige Gehminuten vom Ausstellungseingang entfernt.


    Der Weg vom Ticketverkauf zur Ausstellung:
    Überqueren Sie den Bahnhofsvorplatz entlang der Badstraßenbrücke.
    Der Eingang zur Ausstellung befindet sich im nördlichen Eingang des U-Bahnhofs Gesundbrunnen, vor dem Gesundbrunnen Center.
    Gehen Sie die Treppen (nicht die Rolltreppen!) hinunter.
    Auf dem dritten Zwischenpodest der Treppe finden Sie auf der linken Seite den Eingang zur Ausstellung.

    Bitte beachten Sie...

    • Aufgrund der baulichen Gegebenheiten der Ausstellungsräume ist der Aufenthalt auf max. 99 Besucher gleichzeitig begrenzt. Wir bitten bei möglichen Wartezeiten um Ihr Verständnis.

    • Für die Besichtigung der Ausstellung ist flaches Schuhwerk (ohne Absätze) erforderlich (Gitterroste). Die Ausstellungsräume sind nur per Treppe erreichbar und nicht barrierefrei.

    • Fotografieren und Filmen ist in den Ausstellungsräumen nicht gestattet.

    • Kinder unter 7 Jahren können die Ausstellung nicht besuchen.
      Die Ausstellung richtet sich von Inhalt und Anspruch an ein erwachsenes Publikum und ist für Jugendliche frühestens ab der 8. Klasse empfohlen. Wir berufen uns in diesem Zusammenhang auf das Jugendschutzgesetz (JuSchG), § 8. Aufgrund der schwierigen Thematik der vermittelten Geschichte liegt bei Kindern ab 7 Jahren die Entscheidung bei den Eltern, ihre Kinder in die Ausstellung mitzunehmen oder nicht.

    • Kein Ticketverkauf am Ausstellungseingang.