Fichtebunker Kreuzberg

    Dunkler Gang mit alten Holztüren im Fichtebunker, eine Person im Schatten rechts

    Sirenen und Sardinenbüchsen

    Fichtebunker – 6 Etagen, 600 Zimmer, 6.000 Personen. Der Fichtebunker in Berlin-Kreuzberg gehörte während des Zweitens Weltkrieges zu den größten, sichersten, luxuriösesten Bunkern. Er steht wie kein anderes Bauwerk seiner Art für die Verbindung von Luftschutz und Propaganda im Dritten Reich.
    Während der Kreuzberger Bombennächte suchten die meisten Menschen Schutz in ihren Kohlekellern. Im Fichtebunker lag man in gut belüfteten Kabinen. Toiletten auf dem Gang, große Personenaufzüge und elektrische Belüftung mit integrierter Heizung kannte man damals nur aus Filmen: Hochhaus-Technologie aus Chicago. Dabei wurde der Bunker zwischen den Jahren 1941 und 1942 mitten im Krieg gebaut, eine Zeit des Schreckens und größter Entbehrungen. Gleichzeitig war das als bombensicher geltende Gebäude von außen kaum als solches zu erkennen. Der Bunker wurde ins Innere eines stillgelegten Gasbehälters gebaut. Mit den bunten Backsteinen aus dem 19. Jahrhundert bekamen die 2-Meter-Stahlbetonwände eine sympathische Optik. Noch heute laufen deshalb viele Menschen an dem Gasometerbunker »blind« vorbei.
    In der Nachkriegszeit überschlagen sich die Ereignisse und der Fichtebunker mittendrin: Flüchtlingsaufnahme, Kreuzberger Jugendgefängnis, Altenheim, Obdachlosenasyl und schließlich West-Berliner Geheimreserve für den Fall einer erneuten Blockade durch den Osten. Heute ist das Dach mit großen, verglasten Wohnungen bebaut.

    Die Tour nimmt Sie mit auf eine Zeitreise von der Industrialisierung, als der schmucke Gasbehälter noch zwischen Feldern und Wiesen stand, über den Zweiten Weltkrieg in Berlin bis zu den Schicksalen der Kriegsflüchtlinge und die Zeit des Kalten Krieges – alles in einem Bauwerk. Bereichert wird der Rundgang mit Ausstellungsstücken, Zeitzeugenberichten und eigenen Stories, die der Verein Berliner Unterwelten während seiner fast dreißigjährigen Geschichte über und vor allem unter Erde erlebt hat.

    Empfehlung: Wenn Sie mehr zur technischen Aussattung des Bunkers erfahren und ein historisches Diesel-Notstromaggregat in Aktion sehen wollen, besuchen Sie auch unsere Sonderführung Fichtebunker Techniktour.

    Der Fichtebunker ist technisches Denkmal und gehört zu den Schauplätzen der Industriekultur Berlin.


    Literaturtipps zu dieser Führung

    • »Bunker in Berlin – Zeugnisse des Zweiten Weltkriegs«, Broschüre
    • »Bunker, Sirenen und gepackte Koffer«, Buch
    • »Dunkle Welten – Bunker, Tunnel und Gewölbe unter Berlin«, Buch
    • »Geschichtsspeicher Fichtebunker«, Broschüre
    • »Und es wird immer wieder Tag«, Buch

    Diese Publikationen sind in unserer Edition erhältlich.

    Eindrücke

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