Gedenkandacht für Fluchthelfer Hasso Herschel
Mit einer Gedenkandacht am 11. Juni 2026 in der Kapelle der Versöhnung haben der Vereinsvorsitzende Dietmar Arnold und Dr. Burkhart Veigel dem Fluchthelfer Hasso Herschel (*15. März 1935) gedacht, der am 21. Mai 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Der Kontakt zu Hasso kam im Jahre 2006 bei den Recherchen zum Buch »Die Fluchttunnel von Berlin« zustande. Er war noch einer von den alten Haudegen und verhalf etwa 1.000 DDR-Bürgern zur Flucht in den Westen. Damit ist er einer der erfolgreichsten Fluchthelfer überhaupt gewesen. Berühmt wurde er durch seine Beteiligung am Bau des »Tunnels 29« im Jahre 1962, durch den er seine jüngere Schwester Anita und ihre kleine Familie in die Freiheit holte. Hasso lebte seit 1994 in der Uckermark. Im Februar 2010 trat er dem Berliner Unterwelten e.V. bei, 2019 wurde er Ehrenmitglied. Im September 2012 sind Hasso und 14 weitere Fluchthelfer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. 2017-2019 begleitete er die Freilegung seines dritten Fluchttunnels aus den Jahren 1970/71 an der Bernauer Straße durch den Verein, dem er viele Jahre auch als Zeitzeuge zur Verfügung stand.
Hasso – wir werden Dich nicht vergessen. Deine Berliner Unterwelten!
Engagement an der Gartenstraße
Im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten des Stettiner Tunnels und des Archäologischen Fensters an der Gartenstraße hat der Verein dafür gesorgt, dass der südliche Treppenaufgang zum Gelände des einstigen Nordbahnhofes einschließlich des gemauerten Bogens wieder vollständig hergerichtet wurde.
Die Arbeiten begannen im Oktober 2025, mussten wetterbedingt unterbrochen werden und kamen Ende Mai 2026 zum Abschluss. Der Berliner Unterwelten e.V. hat die Kosten in Höhe von rund 40.000 Euro übernommen. Neben der kompletten Neumauerung des Ziegelbogens musste auch der marode Betonboden vor dem Treppenaufgang einschließlich eines Kanaldeckels komplett erneuert werden.
Herr Quaiser vom Straßen- und Grünflächenamt des Bezirksamt Mitte hat die wiederhergerichtete Anlage am 8. Juni 2026 abgenommen und dem Verein für sein außerordentliches Engagement gedankt.
Berliner Unterwelten e.V. auf Familienfest im Fort Hahneberg
Im Rahmen des »Langen Tags der StadtNatur« präsentierte sich der Berliner Unterwelten e.V. mit knapp zehn Vereinsmitgliedern an zwei Tagen auf dem Familienfest im Fort Hahneberg. Der Infostand des Vereins war strategisch günstig im Eingangsbereich auf dem Hauptplatz platziert und bot eine gute Gelegenheit zur Öffentlichkeitsarbeit. In zahlreichen Gesprächen zeigte sich, dass viele Besucherinnen und Besucher den Verein bereits kannten – oft fiel der Satz: „Euch wollte ich schon lange mal besuchen, in den Berliner Unterwelten." An beiden Tagen kamen jeweils über 1.000 Gäste, am gesamten Wochenende mehr als 2.000 Besucher. Das perfekte Wetter, das gute Miteinander auf dem Gelände, die gelungene Organisation und Logistik sowie durchweg positive Resonanz machten die Teilnahme zu einem schönen Erlebnis.
Der Verein dankt der organisierenden ASG Fort Hahneberg e.V. herzlich für die Gastfreundschaft und freut sich darauf, bei einer der nächsten Veranstaltungen wieder dabei zu sein.
Internationaler Museumstag 2026
Zum Internationalen Museumstag 2026 öffnete der Berliner Unterwelten e.V. bei freiem Eintritt die Türen zur Dauerausstellung »Hitlers Pläne für Berlin: Mythos Germania – Vision und Verbrechen« im U-Bahnhof Gesundbrunnen. 825 Besucher/-innen besichtigten die Ausstellung und konnten sich selbst ein Bild zu den fortgeschrittenen Umbauplänen Albert Speers zur geplanten »Welthauptstadt Germania« machen. Der große Andrang aus dem Vorjahr konnte damit um 227 Besucher übertroffen werden. Ein eingespieltes Team aus ehrenamtlichen Mitgliedern sorgte erneut für einen reibungslosen Ablauf im Untergrund. Die zahlreichen Fragen der Besuchenden zu diesem vielschichtigen Thema wurden direkt am Architekturmodell beantwortet. Vielen Dank an alle Gäste und Beteiligten für die harmonische und gelungene Veranstaltung!
Sonderausstellung »Berlin 1945« im U-WC am Zeughaus
Anlässlich des 81. Jahrestages des Kriegsendes zeigte der Verein vom 1. bis 3. Mai und vom 8. bis 10. Mai 2026 die Fotosonderausstellung »Berlin 1945 – Augenblicke des Endes und des Neubeginns« im ehemaligen U-WC am Zeughaus. Insgesamt 1.336 Besucher/-innen schauten sich bei freiem Eintritt die sorgfältig ausgewählten Fotografien an, die nicht nur die Zerstörung Berlins und die dramatischen Kämpfe dokumentierten, sondern auch die Auswirkungen des Kriegsendes auf die Stadt und ihre Bewohner sowie das Erwachen neuen Lebens in den Straßen. Vielen Dank an die zehn Vereinsmitglieder, die die erneute Öffnung der Ausstellung möglich gemacht haben, sowie an Robert Kraska, der die gesammelten Fotos unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat!
Vereinsfahrt in die Schweiz
Vom 29. April bis 4. Mai 2026 führte die große Vereinsfahrt 27 interessierte Vereinsmitglieder für drei Tage in die Grenzbefestigungen der Schweiz. Um den Hin- und Rückweg nicht zu sehr in die Länge zu ziehen machten wir jeweils einen Zwischenstopp. Auf der Hinfahrt besuchten wir das Bunkermuseum Schweinfurt. Nach einer Übernachtung ging es weiter nach Konstanz und der erste Besuch im Festungsgürtel Kreuzlingen mit Besichtigung von zwei Kampfständen (Bunker) und einer historischen Einordnung des Festungsbauprogramms der Schweiz führten das weitere Programm an. Das war das Warm-Up für die kommenden zwei Tage im Bereich der Grenzbefestigungen rund um Full-Reuenthal. Hier standen neben kleineren Kampfständen auch die Bescihtigung größerer Artilleriewerke an. Abegrundet wurde der zweitägige Besuch durch den Transfer zwischen den Objekten mit originalen Militärfahrzeugen. Auf der Rückfahrt machten wir noch einen Halt in Nürnberg und kombinierten drei Einzelführungen (Bahnhofsbunker, Kasemattengänge und Kunstbunker) zu einer Tour.
Mit reichlich Eindrücken und vielen guten Erinnerungen ging diese überlange Vereinsfahrt nach sechs Tagen zu Ende.
Frühlingsfest am OP-Bunker
Auch dieses Jahr fand wieder unser traditionelles Frühlingsfest am OP-Bunker in der Teichstraße statt. Bei schönstem Frühlingswetter nahmen 47 Vereinsmitglieder teil. In diesem Jahr wurden leckere Reibekuchen vom Elektrogrill gereicht. Wir konnten einige neue Vereinsmitglieder begrüßen, uns näher kennenlernen und austauschen. Für alle, die den OP-Bunker in der Teichstraße noch nicht besichtigen konnten, gab es auch eine kleine Führung. Ein gelungenes Fest!
Buchpräsentation von »Operation Gold« im Spionagemuseum
Zusammen mit dem Politologen, Helmut Müller-Enbergs, stellt Dietmar Arnold, moderiert durch Sven Felix Kellerhoff die Neuveröffentlichung »Operation Gold – Der Spionagetunnel in Berlin / The Berlin Spy Tunnel« im Deutschen Spionagemuseum der breiten Öffentlichkeit vor.
Es war eine der spektakulärsten Spionageaktionen des Kalten Krieges: Britische und amerikanische Nachrichtendienste gruben von West-Berlin aus einen Tunnel, der rund 330 Meter in die DDR hineinragte. Von dort konnten sie ab Mai 1955 hunderttausende Telefongespräche der sowjetischen Militärs abhören, bis das Unternehmen im April 1956 aufflog. Dieses Buch rekonstruiert die dramatischen Ereignisse und fügt ein fehlendes Puzzleteil hinzu, das jahrzehntelang unentdeckt in den Archiven des Vereins Berliner Unterwelten schlummerte: Eine umfassende Dokumentation, die für den DDR-Innenminister Karl Maron angefertigt worden war, enthält bislang unbekannte Fotos und verrät Details darüber, wie der Spionagetunnel funktionierte und wie die Sowjets ihn aufspürten. Die Publikation zeigt zudem auf, wie nach der Entdeckung und dem Fall der Mauer mit den Überresten des Abhörstollens umgegangen wurde. So sind 1995 auf ehemaligen West-Berliner Gebiet über 100 Meter des Tunnels achtlos entsorgt worden.
Pressekonferenz: Buchvorstellung »Operation Gold«
Heute um 11 Uhr haben Dietmar Arnold und Helmut Müller-Enbergs die neue Publikation des Berliner Unterwelten e.V. »Operation Gold – Der Spionagetunnel in Berlin / The Berlin Spy Tunnel« der Presse vorgestellt. Die Veranstaltung fand im Stasimuseum Berlin statt. Den Pressevertretern wurde dabei auch Einblick in das Original der umfassenden Dokumentation über den Spionagetunnel gegeben, die für den DDR-Innenminister Karl Maron angefertigt worden war und die im Mittelpunkt des Buches steht.
Tagesspiegel: Unbekannte DDR-Fotos
Reparatur der Turmuhr auf dem AEG-Gelände
»Unsere« Turmuhr auf dem alten AEG-Areal an der Voltastraße läuft wieder. Der Berliner Unterwelten e.V. hat im vergangenen Jahr erneut die Patenschaft für dieses kleine technische Denkmal übernommen. Vielen Dank an die Firma Iversen & Dimier aus Hamburg für die Reparatur und Instandsetzung.
Die Unterwelten auf der ITB 2026
Vom 3. bis 5. März präsentiert sich Berlin gemeinsam mit visitBerlin und dem Flughafen BER auf der größten internationalen Tourismusmesse. Wir sind als Kulturhighlight zusammen mit Attraktionen von INTOURA e.V. im Hub 27 präsent und zeigen was Berlin freizeittechnisch zu bieten hat.
Zum 60-jährigen Jubiläum der Messe setzt die Hauptstadt auf ein neues Stand-Design, und neben Highlights aus Kultur- und Unterhaltungsshows bekommen mit ‚Crafted in Berlin‘ auch lokale Manufakturen eine internationale Bühne.
Im Adlonbunker geht es voran
Diese Woche fand ein weiterer Arbeitseinsatz im Adlonbunker statt. Leider ist der Gang zur Akademie der Künste mit einer großen Betonplombe verschlossen, die dort wahrscheinlich 1995 eingebracht wurde und nun ausgebohrt werden muss. Man sieht bereits die Treppengeländer und die ersten vier Stufen. Wir bleiben dran. Vielen Dank an die Firma Ode Diamanttechnik GmbH für die beschwerliche Arbeit!
Fledermauszählung im Flakturm
Beim diesjährigen Monitoring zusammen mit der Firma Myotis konnten wir im Winterquartier Flakturm Humboldthain 30 Tiere ausfindig machen: 16 Wasserfledermäuse, eine Fransenfledermaus, 4 Große Mausohren und 9 nicht näher bestimmbare Fledermäuse. Das sind mehr Tiere als im Jahr zuvor, was vermutlich mit der sehr kalten Winterperiode zusammenhängt. Bei den bestehenden Gebäudestrukturen der Ruine kann aber von einem weitaus größeren Bestand ausgegangen werden. Es ist nur ein Bruchteil des eigentlichen Bestandes bei den Begehungen sichtbar.
Zusätzlich wurden durch das Leibnitz Institut Probeentnahmen von Mücken gemacht. Diese werden im Folgenden eingefroren und artspezifisch bestimmt, bevor sie zur Untersuchung auf Krankheitserreger ins Robert-Koch-Institut versandt werden. Wir weisen darauf hin, dass das Betreten des Winterquartiers sowie das Monitoring artenschutzgerecht und unter wissenschaftlicher Aufsicht erfolgt ist.
Ab dem 2. April ist der Flakturm wieder für Führungen geöffnet.
Gegen das Vergessen:
Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag des Feuersturms über der Luisenstadt
In den ehemaligen Luftschutzräumen unter der Dresdener Straße haben wir eine bewegende Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag des verheerenden Luftangriffs vom 3. Februar 1945 abhalten können. Der Ort, wo infolge eines der schwersten Luftangriffe, ein Feuersturm über die Luisenstadt fegte und nahezu 10.000 Menschenleben forderte.
Die Veranstaltung des Berliner Unterwelten e.V. nahm das tragische Schicksal der Familie Langer aus der Oranienstraße in den Fokus, die an diesem Tag ihre vier Kinder verlor. Nach den Begrüßungs- und Einführungsworten des Vorsitzenden Dietmar Arnold las Volker Hobrack vom Bürgerverein Luisenstadt e.V. den Auszug aus einem Zeitzeugenbericht. Oliver Breithaupt, Landesgeschäftsführer Brandenburg des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., sprach zum Schicksal und zur Identität der Kinder Langer. Katharina Groth und Wolfgang Wagner trugen die verschriftlichten und herzergreifenden Erinnerungen der Mutter und des Vaters Langer an diesen Tag vor, musikalisch begleitet vom Trio Salut und Alissia.
Die Andacht endete mit einer Schweigeminute und anschließender Kranzniederlegung an der Gedenktafel auf dem St. Hedwig II Friedhof in Berlin-Weißensee, die an die vier Kinder mit Namen erinnert. Die berührende Veranstaltung würdigte exemplarisch die Opfer dieses dunklen Tages gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten für die Umsetzung dieser andächtigen Veranstaltung!
Erste Plakatkampagne des Vereins
Der Berliner Unterwelten e.V. startet mit einer Premiere ins Jahr 2026: der ersten Plakatkampagne für unsere Führungen überhaupt. Seit heute ist der Verein für drei Wochen mit insgesamt 800 Plakaten an verschiedenen Standorten in der Stadt präsent. Von Köpenick bis Spandau und von Schöneberg bis Reinickendorf. Ziel der Werbeflächen an Bauzäunen, Häuserwänden und Mauern ist es, die Auslastung der Führungen in den Wintermonaten zu erhöhen. Ein herzliches Dankeschön an Isabella Scheel und Frieder Salm für die zwei schönen Bilder aus unseren Anlagen in der Dresdener Straße und am Gesundbrunnen sowie Marit Roloff für die grafische Umsetzung!
Rückblick – Das Jahr 2025 in Zahlen
Wir blicken erneut auf ein erfolgreiches und spannendes Jahr zurück. Insgesamt konnten wir 326.647 Gäste (2024: 304.400) auf 15.540 Touren (2024: 14.471) begrüßen. Dies entspricht einer Steigerung von 6,8 Prozent bei den Gästen und 6,9 Prozent bei den Touren. Unsere Dauerausstellung »Hitlers Pläne für Berlin: Mythos Germania« zählte 6.229 Gäste (2024: 6.248) und blieb damit nahezu konstant. Die Fotosonderausstellung des Vereins »Berlin 1945 – Augenblicke des Endes und des Neubeginns« erkundeten 5.000 Besucher/-innen. Bei unserem abwechslungsreichen Bildungsseminarprogramm hatten wir insgesamt 644 Teilnehmende auf 29 Bildungsseminaren sowie 24 Sonderseminare mit ca. 480 Teilnehmenden (vor allem Schulgruppen). Hinzu kamen 392 Gäste (2024: 236) bei unseren Zeitzeugen-Vortragsabenden, 2.600 Teilnehmende zur Langen Nacht der Unterwelten, 551 Besucher/-innen bei der Licht- und Klanginstallation »Seafoam Palace presents ›Roadside Picnic‹« im Flakturm Humboldthain und 492 Interessierte zum Tag des offenen Denkmals im Stettiner Tunnel und einem Flachbunker im Fliegerviertel.
Wir bedanken uns bei unseren ehrenamtlichen Mitgliedern, allen helfenden Händen bei den Baueinsätzen und unseren Mitarbeiter/-innen für diesen Erfolg!
Unser Dank gilt auch den vielen Freunden und Förderern, Spendern sowie natürlich unseren Gästen.
Mit besten Wünschen an alle für ein gesundes, erfolgreiches und fröhliches Jahr 2026.
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